| Elektrofahrräder: Wer clever tritt, kommt weiter |
| Montag, 23. Mai 2005 | |
|
Bei Elektrofahrrädern bestimmt man mit dem Fahrstil die Reichweite "Wie weit reicht der Akku?" lautet die häufigste Frage, die zu Elektrofahrrädern gestellt wird. Mit den leistungsfähigsten Lithium-Ionen-Akkus kommt man unter optimalen Bedingungen auf Reichweiten über 50 Kilometer - locker ausreichend für den Weg zur Arbeit oder für eine ausgedehnte Radtour. Doch wie beim Auto hängt der "Verbrauch" entscheidend vom Fahrstil ab.
[pd-f] Bei gemeinsamen Ausfahrten mit routinierten Pedelec-Fahrern
und Neulingen stellt Kurt Schär vom Hersteller der "Flyer"-Pedelecs aus
der Schweiz immer wieder fest, "dass die erfahrenen Fahrer deutlich
weiter mit einer Akkuladung kommen als die Neulinge." Woran liegt das?
"Entscheidend", so Schär gegenüber dem pressedienst-fahrrad, "ist der
Fahrstil, und da insbesondere die Tretgeschwindigkeit oder
‚Trittfrequenz', wie die Fachleute es nennen." Bei hochwertigen
Pedelecs misst nämlich eine Sensor-Elektronik im Antrieb Pedalkraft und
Tretgeschwindigkeit und regelt danach die Motorkraft hinzu. Sind eigene
Tretkraft und Motorleistung optimal ausbalanciert, läuft das System
Mensch-Elektromotor am effizientesten, die Reichweite einer Akkuladung
ist am größten. Routinierte E-Biker haben das im Griff.
Während
Autos mit niedrigen Motordrehzahlen am sparsamsten laufen, kommt man
auf dem Pedelec mit mittelflottem Tritt am weitesten. 60-70
Pedalumdrehungen pro Minute - das ist die optimale Trittfrequenz bei
modernen und leistungsfähigen Pedelecs wie den "Flyer C"-Modellen.
Tritt man langsamer, muss der Motor mehr arbeiten als der Mensch - das
kostet Strom. Tritt man schneller, "überholt" man sozusagen den Motor
und kommt ins Schwitzen.
Die richtige "Drehzahl" ist wichtig
Wichtig
ist die richtige Trittfrequenz besonders beim Anfahren. Weil der Motor
des Pedelecs beim langsamen Treten viel Leistung hinzugibt, lassen sich
ungeübte Fahrer gern zum "schaltfaulen" Fahren verführen: Sie fahren im
schweren Gang an. Doch damit steigt auch der Stromverbrauch rapide.
"Locker in einem leichten Gang anfahren, also mit etwa 50
Pedalumdrehungen. Dann beschleunigen und alle fünf oder zehn Meter
einen Gang schwerer schalten, bis man mit 60 bis 70 Umdrehungen im
Reisetempo rollt." empfiehlt daher Pedelec-Experte Schär. Das schont
nicht nur den Akku, sondern ist auch besser für den "menschlichen
Motor". "Flottes, lockeres Treten ist für Muskulatur, Kreislauf und
insbesondere die Kniegelenke deutlich gesünder, als mit langsamem Tritt
schwere Gänge zu würgen", fasst Gunnar Fehlau vom pressedienst-fahrrad
die Forschungsergebnisse der Sportmedizin zusammen, die sich komplett
auf das Fahren mit dem Pedelec übertragen lassen.
Durch
den richtigen Fahrstil und richtiges Schalten können Fahrer die
Reichweite ihres Pedelecs um bis zu 20 Prozent erhöhen, bestätigt auch
Hannes Neupert vom Pedelec-Verein "Extra Energy e.V.". Die Faustregel
für's Pedelec heißt also "lieber schneller treten als früh aufladen".
Bei sportlicher ausgelegten Pedelecs kann die optimale Trittfrequenz
sogar noch höher liegen. 80 Pedalumdrehungen pro Minute sind es zum
Beispiel beim Flyer F-Modell. "Das ist schon fast die Trittfrequenz,
mit der Rennradprofis den Stundenweltrekord fahren", weiß Stefan
Scheitz vom Rennradhersteller Felt.
Mit Zweitakku die Reichweite verdoppeln
Mit
Reichweiten von bis zu 50 Kilometern (im Stromsparmodus mit leicht
eingeschränkter Motorleistung sogar bis zu 70 Kilometer) liegen die
C-Modelle der Schweizer Marke Flyer derzeit vorn. Möglich machen das
die hochmodernen Lithium-Ionen Akkus (Li-Ion) in den Flyer-C-Modellen,
die viermal leichter sind und zweimal länger halten als konventionelle
Akkus. Ein 1-Kilo-Akku entspricht durchschnittlich 25 Kilometern, ein
1,9-Kilo-Akku 60 Kilometern Reichweite.
Neben der
optimalen Trittfrequenz bestimmen auch andere Faktoren die Reichweite.
Häufiges Stop-and-Go in der Stadt erhöht den Verbrauch ebenso wie der
zunehmende Luftwiderstand bei hohem Tempo. Das kennt man ja vom Auto.
Wenn es steil bergauf geht und der Motor mehr Kraft zuschießen muss,
ist auch der Akku deutlich schneller leer. Nicht nur hier hilft ein
besonderer Service der Flyer-Händler: Sie verleihen kostenlos einen
Zweitakku, der dank des geringen Gewichtes problemlos mitzuführen ist
und die Reichweite verdoppelt. Nicht zu vergessen ist auch der richtige
Reifendruck. 4,5 bis 5 Bar empfiehlt Kurt Schär, damit das Rad schön
leicht rollt.
Wer dennoch langsam treten möchte - etwa
weil er in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist -, kann die Vorteile
des Pedelecs trotzdem uneingeschränkt nutzen. "Eine langsame
Trittfrequenz schädigt Antrieb und Elektronik keineswegs", betont Kurt
Schär. "Ältere Menschen, die weniger Kraft in den Beinen haben, können
dadurch die Motorkraft voll ausnutzen. Nur die Reichweite wird
geringer." Auch hier ist oft ein Reserveakku sinnvoll, der am Flyer C
kinderleicht und ohne Werkzeug ausgetauscht werden kann.
Kompletter Artikel zum Download
|

050523-fahrstil-e-bikes
050523-fahrstil-e-bikes

