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Die Beleuchtungstechnik am Fahrrad hat in den letzten zehn Jahren eine atemberaubende Entwicklung durchlaufen. Die Zeit funzeliger Blechscheinwerfer, trüber Rücklichter und leiernder Dynamos ist lange vorbei.
[pd-f] An Millionen nicht totzukriegender Drahtesel der vergangenen 40 Jahre, die immer noch treu ihren Dienst als Studenten- oder Einkaufsrad leisten, blinken kleine Diodenlichter, die zwar nicht erlaubt sind, aber immerhin eine der zwei Grundfunktionen einer Fahrrad-Lichtanlage übernehmen: gesehen werden.
Und schon sind wir beim Thema. Jeder Verkehrsteilnehmer muss im Dunklen für die anderen erkennbar sein, gleichzeitig muss er in der Lage sein, auch unbeleuchtete Objekte wahrzunehmen. Sehen und gesehen werden also – doch die Crux dabei ist, dass das, was die StVZO als Mindeststandard verlangt, vielfach gar nicht ausreicht.
Zugelassene batteriebetriebene Leuchten sind nur an Rennrädern unter elf Kilo Gewicht zugelassen. Und auch ein Fahrradanhänger muss natürlich beleuchtet sein – vom Beleuchtungshersteller Busch und Müller gibt es dafür sogar eine „Trailermatic“ genannte Einrichtung, die den Strom vom Rücklicht auf das Positionslicht des Hängers umleitet (www.bumm.de, 21 Euro).
„Lange Zeit war eine bessere Straßenausleuchtung nur durch mehr Leistung möglich“, erläutert Guido Müller von Busch und Müller. „Und das ließ sich natürlich nicht mit der StVZO vereinbaren.“ Die leistungsstarke Zwölf-Volt-Lichtanlage, die Busch und Müller vor mehreren Jahren auf den Markt brachte, war das Ergebnis zäher Verhandlungen mit den Zulassungsbehörden – und aufgrund der hohen Kosten von 300 Euro alles andere als ein Verkaufsschlager.
LED auf dem Durchmarsch
Der letzte Schrei sind Frontscheinwerfer mit Leuchtdioden (LED). Die Licht ausstrahlenden Halbleiterelemente werden schon seit Jahren in Rückleuchten verwendet; bevor sie den Schritt in den Scheinwerfer machen konnten, musste jedoch erst einmal die weiße LED erfunden werden. Hochleistungs-LED sind unempfindlich gegen Erschütterungen und verfügen über eine quasi unbegrenzte Lebensdauer (100.000 Betriebsstunden gleich elf Jahre, fünf Monate Dauerlicht).
Auch geeignete Reflektoren sind noch nicht allzu lange auf dem Markt. Den Durchbruch schaffte die Front-LED erst im letzten Jahr, als das Meinerzhagener Unternehmen Busch und Müller mit dem IQ-Tec einen Scheinwerfer vorstellte, bei dem die LED in den Reflektor strahlt anstatt aus ihm hinaus. Sogar wenn er mit einem altmodischen Seitendynamo betrieben wird, leistet dieser Strahler 40 Lux. Dass der Fahrradhersteller Utopia-velo (www.utopia-velo.de) die Fahrradbeleuchtung ernster nimmt als andere Fahrradfirmen, zeigt sich seit Oktober 2007. Nur wenige Wochen nachdem Utopia die ersten IQ-Tec-Leuchten montiert hatte, stellten die Saarbrücker als erster Hersteller weltweit serienmäßig auf die IQ-Tec um - bei Utopia gibt es andere Leuchten nur noch auf expliziten Kundenwunsch!
Strom aus der Nabe
Der Seitendynamo ist schon lange nicht mehr das Maß aller Dinge. Nabendynamos wie der i-Light von Sram (www.sram.com, ab 45 Euro) sind in allen Belangen überlegen: Sie können bei Schnee oder Regen nicht durchrutschen wie ein „Seitenläufer“ und weisen einen deutlich höheren Wirkungsgrad von bis zu 65 Prozent auf. Kurz: Nabendynamos liefern den gleichen Strom bei geringerer Tretleistung!
Automatische Funktionen
Eine moderne Lichtanlage, bestehend aus Nabendynamo, LED-Scheinwerfer und LED-Rücklicht, ist nicht nur hell, sondern auch komfortabel und sicher. Komfortabel deshalb, weil hochwertige Scheinwerfer über einen Schalter verfügen, mit dem die Lichtanlage aktiviert wird. Und es kommt noch besser: Per Sensorautomatik am Scheinwerfer schaltet sich die Lichtanlage sofort ein, wenn’s dunkel wird – etwa beim Durchfahren einer Unterführung.
Sicherheit gewinnen modern ausgestattete Radfahrer durch die Standlichtautomatik, welche zumindest beim Rücklicht inzwischen Standard ist. „Auch bei unseren günstigsten Cityrädern wie dem Modell Jade für 299 Euro ist ein Standrücklicht an Bord – die Kunden fragen danach“, berichtet Mario Moeschler vom Fahrradhersteller Winora (www.winora.de). Ein integrierter Kondensator speichert genug Energie, um die LED nach einem Stopp einige Minuten weiter leuchten zu lassen.
IQ-Tec-Strahler gibt es natürlich auch für den Akkubetrieb. Das Topmodell von Busch und Müller leuchtet im 50-Lux-Modus ganze zehn Stunden. Zum Vergleich: Ein Halogenstrahler würde den gleichen Akku innerhalb von drei Stunden leersaugen. Allerdings ist der Beleuchtungshersteller in Sachen Helligkeit schon längst weiter: Mit dem „Big Bang“ (699 Euro) hat das Unternehmen einen Strahler auf den Markt gebracht, dessen 150 Lux so hell leuchten wie ein Autoscheinwerfer. Möglich wird das durch moderne Gasentlastungstechnik, und legal ist es auch noch.
Passende Links beim pd-f:
Fahrradbeleuchtung [Lang-Version]
Erster Fahrradhersteller stellt komplett auf Hochleistungs-LED um
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