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Besser fahren – besser aussehen
[pd-f] Im Bestreben, weitere Bevölkerungskreise fürs Radfahren zu begeistern, lassen sich die Fahrradhersteller einiges einfallen, um ihren Drahteseln technisch und optisch neuen Schwung zu geben. Retro-Style, Strass-Optik oder Falt-Minimalismus – erlaubt ist, was sich von der Masse abhebt! Der pressedienst-fahrrad wirft ein paar Schlaglichter.
Felt Gridloc: Traum mit drei starren Gängen
Hinter der Achtziger-Jahre-Optik des Felt Gridloc (999 Euro, 9,3 kg, www.sportimport.de) versteckt sich ungewöhnliche Technik: Nur der kleine
Schalthebel am Oldschool-Zeitfahrlenker weist darauf hin, dass dieses
Rad trotz Ein-Gang-Optik mit einer Schaltung versehen ist. Genauer
gesagt: Mit einer Sturmey Archer-Dreigangnabe, die jedoch auf den
üblichen Freilauf verzichtet – hier muss der Style-Radler stets die
Beine kreisen lassen. Freunde der Starrlauf-Räder jubeln ob dieser
Neuerung, denn beim normalen „Fixie“ gibt’s gerade mal einen Gang – und
der will bergauf, bergab getreten werden. Toll gelungen ist die Optik:
Sogar die Reifen sind in Gold gehalten. Fast zu schön zum Fahren!
Swarovski on Bike
Äußerst modebewusst zeigt sich das Modell „Paris deLuxe“ des Schweizer
Herstellers MTB Cycletech (899 Euro, 11,9 kg, www.mtbcycletech.com).
Nicht einfach nur weiß, sondern „Edelweiß-weiß“ glänzen Rahmen,
Echtledersattel, Lenkervorbau und Griffe an dem leichtgewichtigen
Allzweck-Rad. Dazu passen kupferfarbene Schutzbleche und farblich
angeglichene Dekorstreifen am Rahmen. So richtig schick wird die
Kreation jedoch erst durch die funkelnden Swarovski-Steine an Rahmen,
Sattel und Griffen – es sind eben die kleinen Details, die aus „modisch“
„stylisch“ machen. Nüchtern muten die kräftigen V-Bremsen sowie die
24-Gang-Kettenschaltung an – die funktionalen Komponenten stehen dezent
im Hintergrund und sorgen dafür, dass die stilvolle Velofahrerin immer
in Bewegung bleibt.
Klein falten, fein fahren
Kleiner ist nicht gleich besser – das gilt für Handy-Tastaturen ebenso
wie für Fahrräder. Kompakt-Flitzer so zu konzipieren, dass sie angenehm
fahrbar sind, ist eine hohe Kunst, die riese und müller mit dem neuen
Faltrad „Frog“ pflegt (1.499 Euro, 11,9 kg, www.r-m.de). Die
Schwierigkeit dabei: das Packmaß auszureizen, ohne die gefürchtete
Kippeligkeit kurz gebauter Bikes mit kleinen Laufrädern hervorzurufen.
Den Darmstädtern gelingt der Spagat mit voluminös bereiften
16-Zoll-Rädern. Sie werden von einer Vollfederung geführt, was die
Rolleigenschaften weiter verbessert – Stichwort Bordsteinkante. Genial:
Die Federung ist gleichzeitig ein integraler Bestandteil der
Faltfunktion. Mit Achtgang-Nabenschaltung ist das kleine Technik-Wunder
viel mehr als nur ein Notbehelf – ein echtes Fahrrad eben, das klein und
fein ist.
Topmoderne Tradition
Ein schönes Rad lebt von den Reminiszenzen an berühmte Vorgänger. Auf
eindrucksvolle Weise kombiniert das Jalopy von MTB Cycletech (ab 1.199
Euro, 13,3 kg, www.mtbcycletech.com) Anleihen aus der Geburtsstunde des
Mountainbikes mit dem Flair der Ballonrenner aus den 1930er Jahren:
filigraner Stahlrahmen, starre Gabel, klare Linienführung und
großvolumige Big-Apple-Reifen. Dass das Jalopy keinesfalls als Stilrad
verstanden werden will, sondern als stilistisches Gebrauchsrad, beweist
die Ausstattung: Ein nahezu wartungsfreier Zahnriemen transportiert die
Tretkraft des Fahrers zum Hinterrad, dort sorgt eine gekapselte
Nabenschaltung für reibungslosen Gangwechsel. Gestoppt wird
selbstverständlich mit modernen Scheibenbremsen. Die 29 Zoll-Laufräder
mit den großvolumigen Reifen rollen über viele Unebenheiten einfach
hinweg; sie sind deshalb übrigens auch beim Mountainbike stark im
Kommen. Auch der Name weist auf einen funktionellen Anspruch hin: Mit
„Jalopy“ bezeichnen die Schweizer ein Fahrzeug, das einem über die Jahre
stark ans Herz gewachsen ist und das trotz mancher Blessuren stets die
erste Wahl ist; eine richtig gute „Karre“ eben!
Genießen und schweigen
Der eine zeigt gern, was er hat, der andere übt sich in Understatement –
und das Winora Kairo ist klar für letztere Klientel konzipiert (1.799
Euro, 12,5 kg, www.winora.de). Dem Unkundigen zeigt sich nur ein
schwarz-grau lackiertes Crossbike, nichts Besonderes also – oder doch?
Und ob, denn mit der vom Lenker aus blockierbaren, fein ansprechenden
Federgabel, verlässlichen Hydraulikbremsen und der Königin der
Nabenschaltungen, der Rohloff-14-Gang-Getriebenabe, versammelt das Kairo
Hightech ohne Gleichen um seinen Alu-Rahmen. Genießen und schweigen,
das könnte das Motto des Winora-Crossers sein. Wenn es dann aber über
wurzelige Waldwege geht, zeigt das Kairo, was in ihm steckt – aber das
war dem Kenner ja ohnehin schon klar.
Starke Kontraste
Allein schon optisch ist das Felt Brougham ein Rad der Extreme (499
Euro, 10,7 kg, www.sportimport.de). Schwarzer Reifen auf weißer Felge
vorn, weißer Reifen auf schwarzer Felge hinten; vorn ein schwarzer
Stopper, hinten ein weißer – in Sachen Farbgebung treibt keiner das
Wechselspiel von hell und dunkel weiter. Ausgefallen ist auch der Rahmen
– wahlweise schwarz lackiert oder naturbelassener Stahl unterm
Klarlack-Mantel, wo gibt’s denn so was? Dualismus bietet auch der
Antrieb: Auf der Hinterradnabe sitzt jeweils links und rechts ein
Ritzel; das Laufrad kann umgedreht werden und bietet dem Nutzer dann die
Wahl zwischen Frei- und Starrlauf. Die Lenkeigenschaften sind ebenfalls
alles andere als Mainstream – kurzer Radstand und steiler Lenkwinkel
ergeben ein ausgesprochen agiles Handling, mit dem es sich bestens durch
urbanes Verkehrsgewühl navigieren lässt. Genau dafür sind die
sogenannten „Fixies“ erfunden worden und berühmt ...
Das leichte Schwarze
Ein Dreigestirn aus Carbon-Eigenentwicklungen präsentiert der
Schweinfurter Hersteller Haibike (www.haibike.de) 2010. Neben dem edlen
Rennrad „Affair“ und dem Hardtail „Greed“ (Mountainbike mit Federgabel)
präsentiert die Firma das voll gefederte „Sleek“. Alle drei dürfen sich
schon einiger Auszeichnungen erfreuen. Das Sleek beispielsweise erhielt
den begehrten Eurobike-Award 2009, wurde mit dem iF-Design-Award
ausgezeichnet und war leichtestes und steifstes Rad im Test der
Zeitschrift Mountain Bike (2/10). Das „Race-Fully“ Sleek mit 110 mm
Federweg gibts in drei Ausstattungen ab 2.999 Euro und 9,1 kg.
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