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Andrea Nusser (Winora): Auf die eigenen Bedürfnisse kommt es an
pressedienst fahrrad: Wann ist es denn sinnvoll, sich ein neues Rad zuzulegen?
Andrea Nusser: „Hat das eigene Rad nur ein paar Blessuren und es wird lediglich zum Brötchenholen benutzt, bietet sich die Reparatur an. Wer sein Rad allerdings als verlässliches Alltagsfahrzeug benutzt, oder ihm auf Radreisen die wertvolle Urlaubszeit anvertraut, der sollte wachsamer sein. ‚Never change a running system‘ heißt es im Englischen, und bedeutet beim alten Drahtesel, dass kleine Reparaturen sich in der Werkstatt als längst überfällige Großbaustellen entpuppen können. Mein Tipp lautet deshalb: Räder, die zu D-Mark-Zeiten keine 1.000 gekostet haben, sollte man auf dem Flohmarkt verkaufen und die 50 oder 100 Euro Ertrag ins Schloss fürs neue Rad investieren. Sicher ist sicher!“
Hat das Neurad noch weitere Vorteile gegenüber dem reparierten Altrad?
Andrea Nusser: „Ja, die Fahrradtechnik hat sich in den vergangenen zehn Jahren rasant entwickelt. Nicht alles davon lässt sich so ohne Weiteres am Altrad nachrüsten, beziehungsweise ziehen einige Komponenten hohe Folgekosten für Montage oder zusätzliche Neuteile nach sich. So etwa der zuverlässige und leichtläufige Nabendynamo, der bei neuen Alltagsrädern mittlerweile Standard ist. Sein Nachrüsten bedeutet den Tausch des kompletten Vorderrades. Will man nun auch noch von der Felgen- auf die Scheibenbremse umsteigen oder eine neue Schaltung anbauen, fährt man mit dem Neurad im wahrsten Sinne des Wortes besser. Denn wir Hersteller verbauen nicht nur den aktuellsten Stand der Technik, sondern stellen auch dessen optimale Kompatibilität sicher. Und dies zu Preisen, für die man als Endverbraucher meist nicht einmal die wesentlichen Ersatzteile bekommt. Nehmen wir beispielsweise das Talparo von Winora: Nabendynamo, Scheibenbremse und Shimano-Schaltung als komplettes Rad für 999 Euro. Das sticht jedes reparierte Altrad aus.“
Und wie behält man bei der großen Typenvielfalt den Überblick?
Andrea Nusser: „Wer länger nicht in einem Fahrradladen war, der wird über die große Typenvielfalt erstaunt sein. Diese sollte einen nicht abschrecken, vielmehr ist sie der Grundstock, um das individuell richtige Rad zu finden. Mein Tipp: Legen Sie sich nicht zu früh auf einen Typen fest, sondern machen Sie zu Anfang auf vielen verschiedenen Rädern eine kurze Probefahrt. Vielleicht ist ja ein Crossrad, E-Bike oder Trekkingrad eine interessante Alternative. Nach diesen Fahrten wissen Sie, welche Radtypen Ihnen am meisten Spaß machen und den größten Nutzen bringen.“
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