Auf den Spuren der Weltmeister: eine Fußball-Graveltour durch München Franz Beckenbauer, genannt „der Kaiser“, gehört zu den weltweit bekanntesten Deutschen und prägte nicht nur durch seine fußballerischen Erfolge seine Geburtsstadt München. Thomas Geisler vom pressedienst-fahrrad setzt seine Fußballbrille auf und fährt auf einer selbst entworfenen Graveltour durch die bayerische Landeshauptstadt zu den Wirkungsstätten Beckenbauers und weiterer Fußball-Weltmeister. ----- Die Niederländer:innen lieben neben Radfahren auch Fußball. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es in Amsterdam zu Ehren des größten Fußballers des Landes, Johan Cruijff, einen eigenen Themenweg gibt. Der Einfluss Cruijffs in den Niederlanden ist vergleichbar mit dem von Franz Beckenbauer in Deutschland. Der bekannteste Fußballer Deutschlands wurde in München geboren und prägt durch seine Arbeit die Stadt bis heute – über seinen Tod 2024 hinaus. Eine offizielle Radtour zu den Wirkungsstätten Beckenbauers sucht man aber vergebens. Zeit, das zu ändern – und nebenbei noch wichtige Stationen dreier weiterer Fußball-Weltmeister zu erkunden, die ebenfalls in München das Licht der Welt erblickten. ----- Beckenbauers und mein Start in Giesing Ich starte meine Tour im Stadtteil Giesing am Ostfriedhof. In dem Dreieck Zugspitz-, Watzmann- und St.-Bonifatius-Straße machte Beckenbauer die ersten Schritte seiner Karriere. Unweit seines Elternhauses kickte er, meist barfuß und anfänglich mit einem großen Wollknäuel, mit den Nachbarskindern. Ich rolle durch die Zugspitzstraße in der Hoffnung, einen Hinweis auf das Geburtshaus zu finden – aber Fehlanzeige. Vermutlich zum Schutz der Anwohner:innen ist nichts zu erkennen.  Als sich seine älteren Spielkameraden anderen Aktivitäten widmeten, entschloss sich das Fußballtalent, dem SC 1906 München beizutreten, der seinen Sportplatz unmittelbar in der Nähe des Elternhauses hat. Der Giesinger Traditionsverein gehörte damals zu den bekanntesten Vereinen der Stadt. Mittlerweile ist er ein reiner Kraftsportverein, die Fußballabteilung fusionierte zur SpVgg 1906 Haidhausen, die heute das Trainingsgelände betreibt. Auf dem Kunstrasenplatz spielen sich Jugendliche verschiedener Altersklassen Bälle zu, etwas abseits bekommt ein circa Zehnjähriger Einzeltraining. Solche Trainingsmöglichkeiten standen Beckenbauer sicherlich nicht zur Verfügung. Damals waren Ascheplätze angesagt, auf denen man sich blutige Knie holte.  ----- Auf den Spuren „Katsche“ Schwarzenbecks zu den Bayern Mit 13 Jahren wechselte Beckenbauer anschließend zu einem schon damals größtem Verein in der Stadt: dem FC Bayern München. Ich schwinge mich aufs Rad und mache mich auf in die Säbener Straße. Dort hat der FC Bayern seit 1949 sein Sportgelände. Der Weg dorthin führt durch Nebenstraßen und Parkanlagen. Ich frage mich, ob der junge Beckenbauer ebenfalls zum Training radelte. Hatte er überhaupt ein Fahrrad? Wenn ja, sicherlich kein Carbonbike mit breiten Reifen wie das „Terra“ von Orbea, das unbekümmert durch die Straßen Münchens rollt. Den Weg entlang ist es ein ständiger Wechsel zwischen alten Wohnhäusern und modernen Bürokomplexen mit Grünanlagen. Tradition trifft auf Moderne. Das ist auch in der Säbener Straße ersichtlich. Der riesige Trainings- und Verwaltungskomplex des FC Bayern ist ein paar hundert Meter lang. Mehrere Trainingsplätze stehen zur Verfügung, der Hauptplatz der Profis kann durch einen großen Vorhang verdeckt werden. Abschottung ist im modernen Profifußball üblich. Direkt daneben steht ein kleines, hölzernes Vereinsheim an einem Kunstrasenplatz. Hier spielt der FC Sportfreunde München. Der Verein ist für seine Jugendarbeit im Viertel bekannt. Rund 300 Jugendliche sollen hier aktuell trainieren – man ist eine Anlaufstelle für die Kinder aus der Umgebung. Auch ein gewisser Hans-Georg Schwarzenbeck, genannt „Katsche“, machte in den 1950er-Jahren seine fußballerischen Anfänge bei den Sportfreunden, bevor er mit 13 Jahren ein Haus weiter zog und gemeinsam mit Beckenbauer Erfolge mit dem FC Bayern und der Nationalmannschaft feierte. ----- Die Watschn, die für den „Kaiser“ alles ändert Ich rolle entlang des Bayern-Komplexes und biege anschließend Richtung Grünwalder Straße ab, um einen Blick auf das Trainingsgelände des größten Stadtrivalen, dem TSV 1860 München, zu werfen. Eigentlich wollte Beckenbauer lieber vom SC 1906 zu den „Sechzgern“ wechseln, aber kurz vor dem geplanten Wechsel bekam er bei einem Jugendturnier eine „Watschn“ von einem 1860-Spieler verpasst – die Entscheidung fiel pro FC Bayern aus und Beckenbauer wurde zu einer Klublegende in Rot. Mein Weg führt weiter am Isarhochufer entlang. Der breite Radweg ist komplett beschattet, was mir Abkühlung an diesem heißen Tag ermöglicht. Das nächste Ziel ist das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße. Dort spielte Franz Beckenbauer sein erstes Bundesligaspiel und lange Jahre an der Seite von Katsche Schwarzenbeck. Während es damals noch die Heimspielstätte der beiden großen Münchner Vereine war, ist es heute nach einigem Hin und Her die Spielstätte der „Sechzger“ und der zweiten Mannschaft des FC Bayern. Der Radweg führt direkt an der Westkurve des Stadions vorbei. Ich werfe einen Blick auf die mit Aufklebern verzierten Wände an der Außenseite, mache ein paar Fotos des legendären Stadions. Abwärts geht es Richtung Candidplatz und weiter nach rechts in die Pilgersheimer Straße. In Hausnummer 38 war die Heimat der Druckerei Karl Thiemig. Dort ging Katsche Schwarzenbeck während seiner ersten Bayern-Jahre in die Lehre – wahrscheinlich unvorstellbar für einen heutigen Jungprofi. Die Druckerei meldete in den 1980er-Jahren Insolvenz an, heute sind dort eine Discounter-Filiale und ein Bürokomplex untergebracht. Ich halte kurz an und kaufe mir für die weitere Tour ein paar Vorräte. Eine Limo, Gummibärchen und ein Schokoriegel finden in der Rahmentasche von Ortlieb neben Geldbeutel, Smartphone und Schlüssel noch Platz. ----- Der erste Münchner Weltmeister: Hans Bauer Über die Schyrenstraße geht es Richtung Isar und am Isar-Radweg weiter Richtung Süden zur Brudermühlbrücke. Diese überquere ich und rolle in den Stadtteil Sendling. Etwas versteckt zwischen Wohnhäusern und einem Schulkomplex hat der FC Wacker München seine Heimat. Über viele Jahre war der Verein die dritte Kraft im Münchner Fußball. Heute kickt die erste Mannschaft im Mittelfeld der Bezirksliga. Kleine Tribünen zeugen von der glorreichen Vergangenheit. Kurze Zeit spielte auch ein zukünftiger Weltmeister für den Verein, bevor er ebenfalls zum FC Bayern wechselte: Hans Bauer. Der erste Münchner Weltmeister kam nur auf fünf Länderspiele, zwei davon spielte er bei der legendären WM 1954 in der Schweiz. Interessant wird die Geschichte von Hans Bauer erst nach der Weltmeisterschaft: Um von seiner Popularität zu profitieren, bot ihm ein Ölkonzern eine Pachttankstelle in München-Pasing an. Bauer arbeitete früh an der Tankstelle, abends ging es zum Training, was sich allerdings nicht negativ auf seine Karriere auswirkte. Bauer wurde Kapitän des FC Bayern und durfte beim ersten Pokalerfolg 1957 den Pokal in Empfang nehmen. Seine erfolgreiche Karriere beendete er 1959, eine Funktionärslaufbahn wie Beckenbauer wollte er nicht einschlagen. ----- …und der aktuell letzte: Philipp Lahm Von Sendling aus führt meine Tour nordwärts durch Seitenstraßen zur Theresienwiese, die ich entspannt überquere. Am Horizont erkenne ich bereits den Olympiaturm, der auf mein nächstes Ziel hinweist. Vorbei an den ersten Ausläufern der Großbaustelle am Hauptbahnhof biege ich Richtung Stiglmaierplatz ab. Auf einen Einkehrschwung im Löwenbräukeller, wo früher die Bayern-Spieler gerne ihre Siege feierten, habe ich am frühen Nachmittag noch keine Lust, sondern setzte meinen Weg stadtauswärts Richtung Olympiapark über die Dachauer Straße fort. An der Kreuzung am Bundeswehrgelände biege ich links für einen kleinen Umweg ab. Am Ende der Straße führt eine Fußgängerbrücke über den Mittleren Ring, an deren Fuße befindet sich der Sportplatz der FT Gern, Heimatverein von Philipp Lahm, Kapitän der Weltmeistermannschaft von 2014. Der junge Philipp ist rund um den Sportplatz aufgewachsen, bevor sein Weg im Alter von zwölf Jahren in die Säbener Straße führte. Der Weltmeister lässt sich nach seinem Karriereende noch hin und wieder am Vereinsgelände blicken, so spielte er beispielsweise bei einem Seniorenturnier mit. Das Sportgelände mit zwei Plätzen macht einen gepflegten Eindruck. Drei Jungs kicken sich am Eingang ein paar Bälle zu. Der Kreisligist setzt mittlerweile einen Schwerpunkt auf Inklusionsarbeit. Seit Mai 2025 gibt es eine eigene Inklusionssparte, um Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung das Fußballspielen zu ermöglichen. ----- Olympiastadion: Ort des größten Triumphes Ich kehre um und bis zum Olympiapark ist es jetzt nur noch rund ein Kilometer. An der SAP-Arena für Eishockey und Basketball erreiche ich die weitläufige Parkanlage, die 1972 zu den Olympischen Sommerspielen in München eröffnete. Die ikonische Dachkonstruktion des Geländes ist bis heute eines der Münchner Wahrzeichen. Über 30 Jahre war das Stadion Austragungsstätte großer Fußballspiele. Philipp Lahm feierte 2002 dort sein Profidebüt für den FC Bayern. Aber das bekannteste hier ausgetragene Spiel war wohl das WM-Finale 1974 zwischen Deutschland und den Niederlanden. Superstar Johan Cruijff gab sich vorher siegessicher, fand aber in Katsche Schwarzenbeck seinen Meister. Deutschland siegte am Ende 2:1 und Kapitän Franz Beckenbauer durfte den Pokal in den Münchner Himmel stemmen. Schwarzenbeck und Beckenbauer waren tragende Säulen der Mannschaft und gehören seitdem zu den wenigen Fußballer:innen weltweit, die in ihrer Geburtsstadt den Weltmeistertitel feiern konnten. Man sieht dem Gelände leider nicht nur seine Historie, sondern auch seine Baufälligkeit an. Wo normalerweise Konzerte von internationalen Künstler:innen stattfinden, wird seit einigen Jahren modernisiert, ein Großteil ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Ich mache einen kleinen Abstecher den Olympiaberg hinauf, um zumindest einen Blick in das Stadioninnere zu werfen. ----- Graveln bis zur Allianz-Arena Vom Olympiaberg aus erblicke ich im Norden das nächste, modernere Ziel: die Allianz-Arena, die rund zehn Kilometer entfernt liegt. Dank der breiten Gravel-Bereifung fahre ich über die Schotterwege des Olympiaparks nach Norden bis zur Moosacher Straße, der ich anschließend ostwärts auf breiten Radwegen folge. Am Frankfurter Ring geht es wieder nordwärts in die Ingolstädter Straße. Teilweise unter einer Allee geht es beschattet durch ein Industriegebiet bis ans nördliche Stadtende mit dem neuen FC-Bayern-Campus, dem großen Trainingsgelände für die Frauen- und Jugendmannschaften. Vor dem Campus-Eingang folge ich einem kleinen Trampelpfad, der mich in die Fröttmaninger Heide führt. Als ich um eine Rechtskurve fahre, rutscht mir ein „Geil!“ aus dem Mund und auch das Terra  scheint einen Freudensprung zu machen: Vor uns liegen im schönsten Sonnenschein rund drei Kilometer feinste Gravelpiste – mit Blick auf die Allianz-Arena. Ich schalte auf das große Blatt, trete in die Pedale und genieße die Fahrt durch die Natur, abseits des Stadtverkehrs mit seinen Ampeln.  ----- Der Erinnerungsort an den Kaiser Leider ist der Gravel-Spaß erst mal viel zu schnell vorbei. Über eine Brücke an der U-Bahn-Haltestelle Fröttmaning führt der Weg zur Allianz-Arena. Die Arena wurde anlässlich der Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 gebaut. Das WM-Eröffnungsspiel gewann Deutschland hier gegen Costa Rica mit 4:2. Das erste Tor erzielte Philipp Lahm und der Münchner war damit ein Initiator des sogenannten Sommermärchens. Für Beckenbauer, der, mit lauteren oder unlauteren Mitteln, wie im Raum steht, aber nie abschließend geklärt wurde, die Weltmeisterschaft nach Deutschland geholt hatte, war auch der Bau der Arena eine Herzensangelegenheit. Als damaliger Präsident des FC Bayern machte er sich auf politischer Ebene für den Neubau stark. Seit seinem Tod 2024 befinden sich in der Umgebung die wenigen offiziellen Erinnerungsorte an den berühmten Sohn der Stadt. Der Platz an der U-Bahn-Station trägt seinen Namen, eine Statue vor dem Stadion erinnert an den vermutlich besten Fußballspieler des Landes. Zusätzlich hängt das Beckenbauer-Trikot mit der Nummer 5 unter dem Dach der Allianz-Arena. Ich halte an der Statue an und lasse meine Gedanken kreisen. Obwohl kein Spieltag ist, sind einige Menschen unterwegs. Viele davon sind Tourist:innen, die eine Stadionführung gemacht haben und jetzt mit Bayern-Fanutensilien ausgestattet glücklich zur U-Bahn schlendern. Ich bin zu spät, um eine der zweieinhalbstündigen Touren zu absolvieren, denke aber zurück an die vielen Spiele, die ich hier schon verfolgen durfte.  ----- Der Rückweg durch die Natur Genug der Fußball-Historie: Radfahren steht auf dem Programm. Die Tour war bislang zwar schön, aber flach. Ein paar Höhenmeter müssen sein und ich erklimme den Fröttmaninger Berg. Oben genieße ich den Blick über München bis zu den Alpen, deren Gipfel noch schneebedeckt sind. Danach geht es zurück Richtung Innenstadt, ich folge der Beschilderung zum Marienplatz. Zuerst fahre ich durch die Isar-Auen wieder auf schönen Schotterpisten. Weiter geht der Weg durch den Englischen Garten. Im Norden des Parks ist wenig los, die Kilometer fliegen nur so dahin. Aber auch die Zeit läuft schnell. Mittlerweile bin ich schon fast vier Stunden unterwegs, mein Magen meldet sich für eine Pause. ----- Kurze Pause an den Feierplätzen der Weltmeister Ich fahre zum Biergarten am Chinesischen Turm im Süden des Parks und gönne mir eine kleine Brotzeit und ein Getränk. Nur zwei Radminuten entfernt steht das Hilton-Hotel Am Tucherpark. In dessen Räumen sollte 1974 das Siegesessen der Mannschaft mit den Funktionären des Deutschen Fußball-Bundes anlässlich des WM-Triumphs stattfinden. Da der DFB allerdings nicht die Lebensgefährtinnen der Spieler zum Essen geladen hatte, entschieden die Weltmeister, die Feier zu boykottieren und in den Straßen Münchens zu feiern. Was als die größte Feier der Verbandsgeschichte geplant war, endete in einem Fiasko. Meine Tour führt anschließend weiter durch den Südteil des Englischen Gartens zum Marienplatz mit dem Münchner Rathaus. Auf dem Balkon bzw. bei der Mariensäule feierten die Mannschaften die großen WM-Triumphe 1954 und 1974 mit der Bevölkerung. Besonders der Weg des 54er-Teams mit Hans Bauer durch die noch kriegsversehrte Münchner Innenstadt war ein damals wegweisendes Erlebnis. Hunderttausende sollen den „Helden von Bern“ zugejubelt haben. Einer davon: der junge Franz Beckenbauer, der der Legende nach damals entschied, selbst Fußballprofi zu werden. ----- Zwischen Kiosk und Weltruhm Ich fahre weiter durch das Gärtnerplatzviertel und überquere anschließend die Isar. Bevor ich den Nockherberg erklimme, um wieder zum Ausgangspunkt auf den Giesinger Höhen zu kommen, stoppe ich kurz an der Ohlmüllerstraße 9. Nach seinem Karriereende hat Katsche Schwarzenbeck dort den Kiosk seiner Tanten übernommen und bis 2008 betrieben. Während sein fußballerischer Weggefährte Beckenbauer die Welt als Funktionär eroberte, lieferte Katsche regelmäßig Bürobedarf an die Säbener Straße und verkaufte Zeitschriften. So unterschiedlich können Karrierewege sein. Ich schmunzle, da heute ein Shop für hochwertige Rennräder in dem Haus untergebracht ist – irgendwie passend zu meiner Tour. Für meinen letzten Stopp fahre ich nochmals quer durch Giesing, vorbei am Gelände der SpVgg 1906 geradeaus bis an den südlichen Stadtrand. Am Friedhof Perlacher Forst, etwas abseits der Hauptwege, beschattet durch Büsche und Bäume, ruht Franz Beckenbauer im Familiengrab. Nach dem Trubel des Marienplatzes und Stadtverkehrs genieße ich die Ruhe. Ich grüße ein letztes Mal den Kaiser und bedanke mich gedanklich für die tolle Tour durch München. Rund 55 Kilometer sind es am Ende, mit diversen Stopps und Besichtigungen bin ich knapp über fünf Stunden unterwegs gewesen. Bis auf ein paar hundert Meter durch die Ohlmüllerstraße führt die Strecke über Radwege, Schotterwege, durch Parks oder über Seitenstraßen ohne viel Verkehr. Es dämmert schon, als ich den Friedhof verlasse. Ich stecke meine Akku-Lichter von Busch + Müller ans Rad und mache mich auf den Rückweg. ----- „Obwohl ich jahrelang in München bzw. sogar in Giesing gelebt habe, entdeckte ich bei der Tour auch für mich neue Orte. Besonders begeistert hat mich die Fröttmaninger Heide – ein echtes Gravelparadies mit Blick auf einen Fußballtempel.“ Thomas Geisler Redakteur ----- Must have für Fußball-Fans Den Fußball am Rad immer dabei? Dabei hilft der "Kicker" von Fahrer Berlin. Der praktische Ballhalter lässt sich am Rahmen oder dem Sattelrohr befestigen.  ----- Weitere Touren-Tipps mit Fußballbezug ----- Johan-Cruijff-Tour in Amsterdam Über 18 Kilometer geht die Route auf den Spuren des niederländischen Weltklassekickers Johan Cruijff durch Amsterdam. Beginnend bei seinem Geburtshaus über das frühere Stadion De Mer bis hinaus zur Johan-Cruijff-Arena, dem heutigen Spielort von Ajax Amsterdam. Der Schauspieler Tobias Nierot hat die Tour entworfen. Er spielte den Fußballspieler im Musical „14“, basierend auf der Rückennummer des Ausnahmekönners, das drei Jahre lang in einem Theater in der Nähe von Amsterdam gezeigt wurde. Die Tour kann sowohl zu Fuß als auch mit dem Rad absolviert werden. Mehr Infos ----- Philips-Tour durch Eindhoven Mit der Gründung der ersten Philips-Fabrik in Eindhoven 1891 durch Gerard Philips veränderte sich die Stadt und erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung. Philips entwickelte sich schnell zum größten Arbeitgeber und baute eigene Wohngebiete, Schulen und Parks. 1913 wurde die PSV Eindhoven als Werksverein gegründet. Bis heute trägt der Verein seine Heimspiele in der Philips-Arena aus. Zwar hat Philips seinen Stammsitz mittlerweile nach Amsterdam verlegt, das Erbe des Unternehmens ist aber weiterhin in Eindhoven sichtbar. Per App kann man sich durch die Stadt auf eigenen Routen navigieren lassen und erfährt so viel über die Geschichte und Gegenwart der Philips-Kulturgüter. Auch ein Abstecher zum Fußballstadion mit Stadionbesichtigung und Museumsbesuch lohnt sich.  Mehr Infos ----- Deutsche Fußball-Route NRW Die wohl populärste Fahrradroute zum Thema Fußball in Deutschland. Der Weg führt über 800 Kilometer quer durch Nordrhein-Westfalen, vom Rand der Eifel bis zu den Hermannshöhen im Teutoburger Wald. Bei dem Themenradweg stehen die Orte im Vordergrund, die nationale und internationale Fußballgeschichte schrieben. Auf dem Weg erfährt man allerlei Informatives, Tiefgründiges und Kurioses über das runde Leder. Zum Beispiel, wie die Fußball-Schuhe des Weltstars Pelé nach Versmold kamen oder wo Helmut Rahn, der WM-Held von 1954, in Essen arbeitete und am Tresen saß. Auch kann man unterschiedliche Fußballstadien besichtigen. Start ist in Aachen, Ziel in Bielefeld. Mehr Infos ----- Fußballfreier Radurlaub auf der Schwäbischen Alb „Wir können alles - außer Hochdeutsch… und Fußball-Radtouren“, schreibt uns das Tourismusbüro der Schwäbischen Alb. Einzig am Brenz-Radweg gebe es einen Hinweis auf das Fußballstadion in Heidenheim. Ansonsten können WM-Muffel und Naturliebhaber:innen hier ungestört Radurlaub machen.  Mehr Infos -----