Gravelbikes: ein Trend wird erwachsen Gravelbikes sind längst mehr als Rennräder mit breiten Reifen. Sie stehen für sportliche Freiheit, flexible Nutzung und ein wachsendes Umfeld aus Zubehör, Veranstaltungen und touristischen Angeboten. Der pressedienst-fahrrad zeigt, dass das Gravelbike für viele zum modernen Alltags-, Reise- und Sportrad wird. ----- Wer vor einigen Jahren vom Gravelbike sprach, meinte meist ein sportliches Rad für schnelle Feierabendrunden jenseits von Asphaltstraßen. 2026 ist das Bild deutlich breiter gefächert: Gravelbikes bedienen weiterhin ein sportliches Klientel aus der Rennrad- und Mountainbike-Szene, haben sich aber gleichzeitig zu Alltags-, Reise- und Abenteuerrädern entwickelt.  In der Vielseitigkeit liegt die Stärke der Gravelbikes. Sie verbinden die effiziente Sitzposition und den Vorwärtsdrang eines Rennrades mit Reifenfreiheit, Stabilität und Komfort für unbefestigte Wege. Ob Asphalt, Feldweg, Waldpassage oder Schotterpiste – niemand muss das Rad wechseln, nur weil sich der Untergrund ändert. Das macht Gravelbikes für sportliche Fahrer:innen genauso attraktiv wie für Menschen, die ein robustes, schnelles und praktisches Fahrrad für Alltag und Freizeit suchen. ----- Ein Rad für viele Einsätze Das eine Gravelbike gibt es nicht; der Markt zeigt eine fortgeschrittene Differenzierung: Am sportlichen Ende stehen leichte Modelle für Training, Rennen und schnelle Touren, wie beispielsweise das aerodynamisch optimierte „Camino AXS“ aus Carbon von Stevens. Daneben gibt es komfortorientierte Räder für lange Strecken, Bikepacking und Reise, etwa die „Colmaro“-Serie des niederländischen Herstellers Koga. Das Charmante an Gravelbikes: Sie lassen sich in wenigen Minuten mit Schutzblechen und Beleuchtung alltagstauglich und StVZO-konform ausstatten. So kann man dasselbe Rad morgens zur Arbeit, am Wochenende auf der langen Runde und im Urlaub für die Bikepacking-Tour nutzen.Gerade beim Pendeln zeigt sich die praktische Seite der breitbereiften Rennräder. Ein Gravelbike ist schneller und sportlicher als viele klassische Alltagsräder, bietet aber mehr Funktionen als ein reines Rennrad. Breitere Reifen erhöhen Komfort und Sicherheit auf nichtgeteerten Wegen bzw. schlechten Straßen.  ----- Der Zubehörmarkt wächst mit Mit der Verbreitung der Gravelbikes ist auch das entsprechende Equipment deutlich gewachsen. Inzwischen sind Taschen, Reifen, Sättel, Beleuchtung, Schutzbleche, Bekleidung, Schuhe und Helme erhältlich, die auf die Bedürfnisse von Gravelbiker:innen abgestimmt sind. Besonders sichtbar ist die Spezialisierung beim Bikepacking. Hier kommen Taschen zum Einsatz, die an Lenker, Rahmen, Oberrohr oder Sattelstütze befestigt werden. „Bikepacking-Taschen ermöglichen Mehrtagestouren, ohne den sportlichen Charakter des Rades zu verändern“, erläutert Peter Wöstmann vom Taschenhersteller Ortlieb. Wer jedoch auch beim Graveln lieber auf bewährte Gepäckträgertaschen setzt, findet zum Beispiel mit dem „Quick-Rack“ und dem wasserdichten „Gravel Pack“ von Ortlieb eine robuste, sprich Gravel-taugliche Lösung.Auch Reifen gibt es auf Gravelbikes zugeschnitten: Sie sollen auf Asphalt leicht rollen, auf Schotter Grip bieten und im Alltag Pannenschutz mitbringen. Dazu kommen Bekleidung und Schuhe, die den Spagat zwischen sportlicher Effizienz und Praxistauglichkeit schaffen und nicht zuletzt auch optisch etwas hermachen und natürlich bequem sein sollen. ----- Gravel lebt vom gemeinsamen Erlebnis Wer ein Gravelbike kauft, bekommt nicht nur ein Fahrrad, sondern findet häufig auch eine passende Szene. Denn parallel zum Produktangebot wächst die Gravel-Kultur, gern auch „Community“ genannt. Aus der Nische ist eine Szene mit ihren eigenen Veranstaltungen, Rennen und Formaten geworden. Die Bandbreite reicht von entspannten Ausfahrten über Mehrtagestouren bis zu Wettkämpfen auf Profi-Niveau. In vielen Städten werden zum Beispiel sogenannte „Social Rides“ angeboten – Ausfahrten, bei denen nicht die Geschwindigkeit im Mittelpunkt steht, sondern das gemeinsame Erlebnis und meistens auch zahlreiche Kaffee-Stopps. ----- Tourismus entdeckt Gravel Auch Tourismusregionen greifen den Gravel-Trend auf. Überall entstehen Angebote, die sportliche Routen, Naturerlebnis und digitale Tourenplanung verbinden. Der Reiz liegt auf der Hand: Wer mit dem Gravelbike unterwegs ist, nutzt ruhige Nebenstraßen, Wirtschaftswege, Wald- und Schotterpassagen und erschließt damit Räume, die für Rennradfahrer:innen oft zu grob und für Mountainbiker:innen zu wenig technisch sind.Lange Distanzen, weite Landschaft, Naturerlebnis und sportlicher Anspruch – damit positioniert sich beispielsweise die Schwäbische Alb als Ziel für Gravelbiker:innen. Routen, die Schotterwege, ruhige Nebenstraßen, Höhenmeter und Aussichtspunkte verbinden, bieten dort genau die Mischung, die das Segment attraktiv macht.„Für Tourismus-Destinationen ist Graveln interessant, weil es unterschiedliche Zielgruppen verbindet: sportliche Tagesgäste, Wochenendtouristen, Bikepacker und Event-Teilnehmer“, meint Ursula Teufel vom Tourismusverband Schwäbische Alb. „Hotels, Gastronomie, Werkstätten und Verleihbetriebe profitieren davon, wenn Routen gut geplant, Beschilderung und digitale Tracks verlässlich und Services fahrradfreundlich sind.“ ----- „Mein Gravelbike von Stevens besitze ich bereits seit acht Jahren, und ich liebe es sehr, weil es bequem, praktisch und schnell ist. Ich nutze es für alles. Ich bin damit Querfeldeinrennen gefahren und habe lange Fahrradurlaube gemacht. Manchmal fahre ich einfach nur in die Stadt oder besuche Freunde –  mit Schutzblechen, Beleuchtung und Gepäckträger pimpe ich ,Quentin' (so heißt mein Bike) dann blitzschnell alltagsgerecht auf.“ Annette Feldmann Redakteurin -----