Schutz für radfahrende Kinder Für Kinder ist Radfahren ein wichtiger Schritt in die Eigenständigkeit. Mit den ersten Mobilitätserfahrungen steigt der Aktionsradius und mit ihm das Selbstvertrauen. Das sorgt bei vielen Eltern für Sorgenfalten – was aber nicht sein muss. Der pressedienst-fahrrad liefert Tipps für modernen Schutz für radfahrende Kinder. ----- Eines vorneweg: Stützräder sind an Kinderrädern schon seit langem tabu. Zwar helfen die kleinen Zusatzräder, dass sich das Kind stabil auf dem Rad hält und verhindern ein Umkippen, aber Radfahren lernt es dadurch nicht. Vielmehr verlernen Kinder bereits erworbene Fähigkeiten wie das Ausbalancieren durch Stützräder wieder. Sinnvoller ist es, sie langsam an das Thema Radfahren heranzuführen. „Mit der Hilfe von Rutschfahrzeugen und Laufrädern lernen bereits Kleinkinder die Grundlagen des Radfahrens. Der Umstieg aufs Fahrrad fällt dadurch leichter“, weiß Britta Sieper vom Kinderfahrzeugspezialisten Puky. Was hinzukommt: Wer früh mit dem Radfahren anfängt, hat auch weniger Furcht vor Stürzen, da die Fallhöhe geringer ist.  ----- Beleuchteter Helm schützt besser Zur Grundausstattung eines jeden Kindes sollte ein Fahrradhelm gehören, am besten mit einem integrierten Rücklicht. Kinderräder bis 20 Zoll müssen laut Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) noch keine Beleuchtung am Rad haben, da Kinder im Alter von unter acht Jahren mit dem Rad fast ausschließlich auf dem Gehweg fahren. Ein Rücklicht im Helm sorgt dafür, dass die Kinder von anderen Verkehrsteilnehmenden in der Dämmerung besser gesehen werden. Ein Beispiel ist der „Smiley 3.0 ACE LED“ von Abus. Das Rücklicht lässt sich sogar einfach herausnehmen und per USB-Anschluss wieder aufladen. Eine Beleuchtung in mehreren Farben bietet das herausnehmbare Rücklicht beim „Sparky“ von Unit 1. Die Idee: Kinder können es auch abseits des Helmes nutzen, z. B. als Nachtlicht. So soll der Fahrradhelm in den Alltag integriert und Kinder zum Helmtragen animiert werden. Als weiteres Sicherheits-Feature ist ein NFC-Chip verbaut. Darauf können Eltern ihre Notfallkontakte sowie mögliche Erkrankungen des Kindes, z. B. Allergien, speichern. Bei einem Unfall können Ersthelfer:innen so per Scan die wesentlichen Informationen über das Kind abrufen und schneller Maßnahmen ergreifen. ----- Beleuchtungslösungen für Kinder Beim Thema Beleuchtung hat sich in den letzten Jahren noch mehr getan. Lange Jahre wurde propagiert, dass Kinderräder ab 24 Zoll Laufradgröße einen Nabendynamo sowie eine fest installierte Lichtanlage benötigen. Aber: Das macht ein Kinderfahrrad schwerer, dabei ist Gewicht das A und O. Und Einsparungen beim Gewicht sind auch möglich, ohne auf Kosten der Sicherheit zu gehen. Mittlerweile sind leichte Akku-Leuchten auch an Kinderrädern zu sehen. Leuchten wie die „Ixon Core 2“ von Busch & Müller bieten nicht nur eine gute Ausleuchtung. Dank einer Ladestandanzeige können die Kinder direkt sehen, wann sie die Lampe aufladen müssen. Zudem lässt sich der Scheinwerfer einfach abnehmen und z. B. im Schulranzen oder der Sporttasche verstauen. Eine praktische Neuerung bietet SKS Germany mit dem „Rowdy“. Dabei handelt es sich um ein ansteckbares Schutzblech, an dem ein Rücklicht befestigt werden kann. Hintergrund: Die Sattelstützen von Kinderrädern sind meist zu kurz für eine Befestigung von beidem, Rücklicht und Steckschutzblech. Aber gerade bei Regen sind beide Zubehörprodukte wichtig. Die Kombilösung erhöht somit die Sicherheit und Sichtbarkeit. Zur zusätzlichen Sicherheit kann beispielsweise noch der Reflektor „Spot“ von Fahrer Berlin an den Sattel gesteckt werden. Eine weitere Lösung bietet Hersteller Li:on Bikes. Das Unternehmen hat ein spezielles Rahmenmaterial entwickelt, das den ganzen Rahmen reflektieren lässt und so für noch mehr Sicherheit sorgt. Bei der Bekleidung sind auffällige Farben eine Selbstverständlichkeit. Reflektierende Elemente wie an der Regenhose „Grody V“ von Vaude sind ebenfalls praktisch. Dazu kommt: Durch eine weitenverstellbare Beinverstellung flattert die Hose nicht und kann sich nicht in der Kette verfangen. ----- Entwicklungen haben ihren Preis Die wachsende Sicherheit von Kinderrädern zeigt sich auch in weiteren Entwicklungen. So werden viele Modelle mittlerweile mit Scheibenbremsen ausgestattet. Diese überzeugen durch besseres Bremsverhalten, insbesondere bei Nässe, sowie bessere Dosierbarkeit, was Kindern zugutekommt, da sie weniger Kraft in den Fingern haben. Zudem sind Kinderräder im Gegensatz zu früheren Modellen deutlich leichter, weil die Rahmen aus Aluminium und nicht mehr aus Stahl bestehen. Das sind Punkte, die sich auf den Gesamtpreis der Räder auswirken. Der Preis für wertige Kinderräder beginnt mittlerweile schon bei rund 300 Euro und geht bis 1.000 Euro und mehr. Bei derartigen Investitionen ist es ärgerlich, wenn die Räder gestohlen oder beschädigt werden. Zwar werden Kinderräder in der offiziellen Diebstahlstatistik nicht gesondert aufgeführt, aber vor Schulen oder Freizeiteinrichtungen kommt es immer wieder zu Diebstählen – meist, weil die Räder nicht angeschlossen sind. Sicherheitsspezialist Abus hat deshalb spezielle Kinderschlösser im Programm. Beim „Steel-O-Chain 4804C Symbols“ kommen anstatt Zahlen Symbole als Code zum Einsatz. So können sich die Kleinen die Kombination besser merken. Das Schloss verfügt über das hauseigene Sicherheitslevel vier und ist somit geeignet für Regionen mit niedrigem Diebstahlrisiko. „Auch bei Kinderrädern gilt: Anschließen ist sicherer als einfach nur abschließen. Den Kindern sollte deshalb von vornherein beigebracht werden, ihr Rad an einem festen Gegenstand zu sichern und nicht einfach ungesichert abzustellen“, rät Torsten Mendel von Abus. ----- Versicherungsschutz vor Reparaturen Schäden an Kinderrädern sind hingegen kaum zu vermeiden. Ein umfallendes Rad, ein Sturz oder eine Kollision mit einem anderen Rad beim Abstellen kommen immer wieder vor und können zu kleinen, aber unangenehmen Beschädigungen, z. B. am Schaltwerk, führen. Die fälligen Reparaturen werden dann schnell kostspielig. Versicherer Linexo bietet deshalb einen speziellen Reparaturschutz an, der sich für Kinderräder eignet. Mit einem monatlichen Betrag ab lediglich vier Euro sind viele Servicearbeiten abgedeckt. So ist eine Beschädigung am Rad weniger ärgerlich. Linexo unterstützt bereits seit Jahren indirekt als Beirat und Fördermitglied Radfahrprojekte der Aktion FahrRad, ab diesem Jahr auch aktiv als Partner der Schulmeisterschaft MTB. „Kinder aufs Rad zu bekommen, ist uns ein wichtiges Anliegen. Mit unserem Engagement der Förderung der Initiative #schoolbikers wollen wir dafür sorgen, dass die Kinder besser und mehr Fahrrad fahren können“, sagt Sören Hirsch, Bereichsleiter Bike bei Linexo. ----- Schutz vor Unfallkosten Um Eltern für das Thema Kinderunfallversicherung zu informieren, kooperiert Puky mit der R+V-Versicherung. Laut Versicherung passieren die meisten Unfälle mit radfahrenden Kindern in der Freizeit. Dort sind die Kinder allerdings nicht von der gesetzlichen Unfallversicherung abgesichert, die nur auf dem Weg zur Schule oder zum Kindergarten greift. Eine private Unfallversicherung hat den Vorteil, dass sie durch Zahlung bei hohen Kapitalleistungen wie häuslichen Umbauten, Unfallrente und Reha-Management Kosten übernimmt und Familien entlasten kann. „Die Unfallversicherung wirkt wie die Vollkasko für den Körper. Wenn das Fahrrad beschädigt ist, muss es repariert werden. Der Körper muss auch repariert werden, wenn er verletzt ist. Deshalb ist es für uns wichtig, Familien für das Thema zu sensibilisieren – ohne dabei Angst vor dem Radfahren zu machen“, sagt Sieper. ----- „Die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr muss oberste Priorität haben. Aber leider sieht es in der Realität anders aus und eine mangelhafte Infrastruktur ist für Kinder ein Sicherheitsrisiko. Solange das nicht gelöst, finde ich es gut, dass die Fahrradhersteller mit neuen Innovationen und Ideen die Sicherheit von Kindern auf dem Rad verbessern.“ Thomas Geisler Redakteur -----