Vom Hobbykünstler zum Helmhersteller
15.07.2021

Leichter Full-Face-Helm aus Carbon: D4 Carbon

Einspieler Vom Hobbykünstler zum Helmhersteller
In Aller Kürze
  • leichter Full-Face-Helm aus Carbon für Mountainbiker:innen (599 Euro, bereits erhältlich)
  • überarbeitete Version zum 40. Jubiläum der Marke
  • Troy Lee startete als Helmdesigner in Kalifornien
  • mittlerweile Vollausstatter für Mountainbiker:innen und Motocross-Fahrer:innen
Neue Version eines Klassikers: Der D4 Carbon

Die Helmserie „D4 Carbon“ ist die vierte Generation von Full-Face-Helmen für Downhiller und Mountainbiker:innen aus dem Hause Troy Lee Designs. Als Hauptmaterial wird Carbon verwendet, das durch sogenannte Textreme-Spread-Tow-Verstärkungen ein leichtes Helmgewicht von ca. 1.000 Gramm ermöglicht. Dabei bietet der Helm durch seine In-Mold-Bauweise hohe Stabilität und Haltbarkeit. Als zusätzlicher Schutz vor schweren Kopfverletzungen ist eine MIPS-Einlage integriert. Geschlossen wird der Helm über ein D‑Ring-System, wie es aus dem Motorradbereich bekannt ist, das zur Gewichtseinsparung aus Titan besteht. Die Innenpads sind aus atmungsaktivem Material, leicht zu entfernen und waschbar. Sie helfen zudem bei der passenden Einstellung. Der D4 Carbon ist in sechs Größen und unterschiedlichen Designs (im Bild: Version „Exile“) erhältlich und kostet 599 Euro, es gibt ihn auch in einer günstigeren Composite-Version für 449 Euro.

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40 Jahre Troy Lee Designs: Mountainbike-Ausrüstung aus Corona

Alles begann mit einem Hobby: Troy Lee bemalte als Jugendlicher in der heimischen Garage die Motocross-Helme seiner Freunde. Die interessanten Designs wurden berühmt, der Künstler machte 1981 das Hobby zum Beruf und gründete sein eigenes Einmann-Unternehmen Troy Lee Designs. In den Anfangsjahren stand zwar auch das Bemalen von Flugzeugen und Briefkästen auf dem Programm, aber Helme blieben die große Leidenschaft. Anfang der 1990er-Jahre fasste der Künstler das boomende Mountainbike-Segment als neues Geschäftsfeld ins Auge und brachte 1995 einen ersten Full-Face-MTB-Helm, den „Daytona“, auf den Markt, der bis heute Vorbild für die weiteren Serien „D2“, „D3“ und „D4“ war. Die außergewöhnlichen Designs auch für Halbschalenhelme bewirkten, dass Helmtragen unter Mountainbiker:innen cool wurde und auch US-Profis die Helme bei Rennen nutzten. Mit Beginn des neuen Jahrtausends wurde auch die Produktion von eigener Bekleidung eingeläutet. Die Idee: Sicherheit kombiniert mit Style und „schnellem Aussehen“. Mit der Zeit entwickelte sich Troy Lee Designs so zu einem Anbieter moderner Bekleidung für Mountainbiker:innen und Motocross-Fahrer:innen. Auch Protektoren sind mittlerweile ein fester Bestandteil des Sortiments – selbst in Kindergrößen. Hauptmerkmal bleiben dabei die auffälligen, zeitgemäßen Designs der Produkte, die heute nicht mehr so gewagt und farbenfroh sind wie noch zu Beginn. Aktuelle Beispiele wie die „Skyline“- (84,99 Euro) oder „Ruckus“-Serie (79,99 Euro) treffen jedoch den Geschmack vieler Sportler:innen aus der Szene, auf deren Wünsche Troy Lee immer aufs Neue eingeht. Noch heute ist der Firmensitz in Troy Lees Geburtsstadt in Corona/Kalifornien.

„Die Entwicklung von Troy Lee Designs steht beispielhaft für viele Firmengeschichten in den USA: Findige Unternehmer:innen erkannten Anfang der 1990er-Jahre die Zeichen der Zeit, rechtzeitig auf den Fahrt aufnehmenden Mountainbike-Zug aufzuspringen und konnten in einer noch jungen Szene mit ihren Ideen Fuß fassen. So entwickelte sich auch Troy Lees Unternehmen, das sich in der Szene und darüber hinaus bis heute einen Namen gemacht hat.“

Thomas Geisler
Troy Lee und der Backofen

Die ersten Visiere für Motocross-Helme versuchte Troy Lee im Ofen seiner Eltern zu produzieren – die Freude seiner Familie hielt sich in Grenzen.

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