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Kinderfahrzeuge schenken – das gilt es zu beachten
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Donnerstag, 25. Oktober 2018

[pd‐f/tg] Im Kleinkindalter werden die Grundlagen für die Bewegungsbegeisterung von Kindern gelegt. Für die weitere Entwicklung des Kindes ist es somit enorm wichtig, möglichst früh mit Lauf‐ und Kinderrad in Berührung zu kommen. Kinderfahrzeuge sollten unter dem Weihnachtsbaum also nicht fehlen. Der pressedienst‐fahrrad erklärt, was man beim Kaufen und Schenken eines passenden Kinderfahrzeugs beachten sollte und ab welchem Alter Kleinkinder die meiste Freude an den jeweiligen Fahrzeugen haben.

Am Anfang darf gerutscht werden

Rutschfahrzeuge bieten den Einstieg in die kindliche Mobilität und sind für Kinder ab den ersten Laufversuchen, also mit rund einem Jahr, praktische Mobilitätshelfer. „Die Gefährte trainieren auf spielerische Weise einfache Bewegungen, z. B. das kräftige Abstoßen vom Boden in Kombination mit ersten Lenkbewegungen. Das fördert und fordert die motorische Weiterentwicklung, was zusätzlich gut für die geistige Entwicklung des Kindes ist“, erklärt Guido Meitler von Puky. Der Kinderfahrzeugspezialist bietet z. B. mit dem „Pukylino“ (39,99 Euro) oder dem „Wutsch“ (ab 49,99 Euro) zwei Einsteigerfahrzeuge an. Anders als beim Laufrad profitieren die Kinder vom stabilen Aufbau mit vier Rädern und sind dadurch äußerst kippstabil unterwegs. Der zusätzliche Effekt: Die Kleinkinder können sich wunderbar austoben und entwickeln sich mit viel Spaß weiter.

Mit zwei Jahren auf zwei Räder

Ab circa zwei Jahren ist das Laufrad für Kinder der Einstieg in die individuelle Mobilität. Durch die Flitzer ohne Pedale erlernen die Kleinen das Balancieren und somit eine wichtige Voraussetzung zum Fahrradfahren. „Das Laufrad vereinfacht den späteren Umstieg auf das Fahrrad, weil das Kind das Gleichgewicht in Gleitphasen bereits halten kann. Stützräder sind deshalb passé“, so Meitler. Doch Laufrad ist nicht gleich Laufrad. Die meisten kommen mit zwölf Zoll Radgröße und können ab einer Körpergröße von ca. 90 Zentimetern genutzt werden. Für kleinere Fahrer und Früheinsteiger bietet Puky Räder in acht Zoll Größe an (z. B. „LR M“ / 69,99 Euro). Die niedrige Sitzhöhe ermöglicht einen tieferen Schwerpunkt und das stabile Laufrad ist für Kinder ab ca. 85 Zentimetern gut zu handhaben. Es gibt jedoch auch Modelle mit 14‐Zoll‐Rädern (z. B. „RT14“ von Early Rider / 199,99 Euro). „Diese sind für Spätstarter gedacht, also Kinder ab drei Jahren. Die Räder können allerdings bis zum fünften Lebensjahr genutzt werden“, erklärt Daniel Gareus von Cosmic Sports. Wie beim Mountainbike sorgen die größeren Laufräder generell für ein besseres Rollverhalten.

Das Laufrad muss wachsen können

Viel wichtiger als die Radgröße ist bei der Wahl des Laufrads allerdings die Sattelhöhe. Diese muss zur Schritt‐ und Innenbeinlänge des Kindes passen. Hier gilt: Der Sattel sollte so eingestellt sein, dass die Beine fest am Boden stehen und leicht angewinkelt sind, damit sich das Kind kraftvoll abstoßen kann. Die Sitzhaltung ist möglichst aufrecht, sodass das Kind die Umgebung gut wahrnehmen kann. Dafür sollte auch der Lenker in der Höhe angepasst werden können. Die Arme sind nicht komplett durchgestreckt, sondern leicht angewinkelt. Da Kinder in diesem Alter schnell wachsen, sind stufenlos höhenverstellbare Sättel sowie Lenker somit empfehlenswert, damit auch das Rad mitwachsen kann und lange Freude währt. „Wenn man nur die Sattelhöhe verstellen kann, verschlechtert das die Sitzhaltung und das Kind verliert schnell die Lust am Laufrad“, weiß Guido Meitler. Auch bei Holzlaufrädern (z. B. „Motorbike“ von M‐Wave / 84,90 Euro) sollte man auf die Möglichkeit einer individuellen Einstellbarkeit achten. Ein weiteres Kriterium bei der Auswahl ist die Lenkeinschlagsbegrenzung, wie sie beispielsweise viele Holzlaufräder haben. Befürworter argumentieren, dass die Gefahr eines Wegrutschens beim Fahren von zu engen Kurven minimiert werde und sich die Räder stabiler fahren lassen. Guido Meitler sieht die Begrenzung allerdings kritisch: „Wenn das Laufrad auf dem Boden liegt, steht der Lenker automatisch steil nach oben und legt sich nicht um, wenn das Kind darauf fällt. Das kann zu heftigen Verletzungen im Bauch‐ und Brustbereich führen. Wir verzichten deshalb auf eine Lenkeinschlagsbegrenzung.“ Eltern sollten sich demzufolge genau überlegen, ob sie eine Begrenzung als sinnvoll erachten.

Lieber ohne Bremse bremsen

Ein Rahmen mit tiefem Durchstieg (z. B. „LR 1“ von Puky / 79,99 Euro) ermöglicht ein leichteres Auf‐ und Absteigen. Die Folge ist ein sicheres Fahrgefühl. Ein Diamant‐ oder Trapezrahmen wirkt hingegen mehr wie ein Erwachsenenrad und soll sportliche Kinder ansprechen (z. B. „Rage 12“ von Winora / 159 Euro). „Beide Konzepte haben ihre Vorteile. Aber egal welche Rahmenform man bevorzugt, der Rahmen sollte möglichst robust sein, weil das Laufrad häufig auf den Boden geworfen wird“, erklärt Laura Christ von Winora. Von einer Bremse raten die Hersteller unisono ab – zumindest für Einsteiger. „Eine Bremse am Laufrad ist eine trügerische Sicherheit. Ein Kleinkind hat nicht die nötige Kraft, um die Bremse richtig zu bedienen und auch die Bewegungsabläufe sind nicht darauf ausgerichtet. Eltern müssen die Kinder begleiten und im Notfall eingreifen können“, erläutert Brand Managerin Christ. Viel wichtiger sei von Beginn an ein passender Kinderhelm (z. B. „Anuky“ von Abus / 44,95 Euro). Eine Bremse am Laufrad hat jedoch den Vorteil, dass das Kind bereits mit der Funktionsweise der Stopper vertraut ist und deshalb der Umstieg auf Kinderräder mit Bremse leichter fallen kann.

Große Touren sollten mit den Kindern noch nicht unternommen werden. Falls doch einmal ein längerer Radausflug ansteht, haben die Laufräder den praktischen Vorteil, dass sie in einem Kinderanhänger mit großem Kofferraum (z. B. „Kid plus“ von Croozer / ab 849 Euro) einfach Platz finden. „Während sich der Nachwuchs von den Strapazen erholt und womöglich ein kleines Nickerchen macht, können die Eltern entspannt ein paar Kilometer fahren. Am Ziel wird das Laufrad wieder ausgepackt“, gibt Hanna Gehlen vom Anhängerspezialisten Croozer als praktischen Tipp.

Der Umstieg auf das Kinderrad

Das Kind balanciert bereits geschickt mit dem Laufrad? Dann ist es Zeit für den nächsten Schritt: In der Regel wagen Kinder ab ca. drei bis vier Jahren den Umstieg auf das erste Kinderrad. „Dabei ist es wichtig, dass das Kind nicht überfordert, sondern möglichst in seiner Entwicklung gestärkt wird. Das gilt sowohl für die Größe als auch die Art des Rades“, rät Antonia Grim vom Royal‐Baby‐Partner Messingschlager. Ein zu großes Rad überfordere das Kind zu schnell und verstärke die Unsicherheit beim Radfahren, was wiederum die Lust nehme. Zur Ermittlung der passenden Fahrradgröße ist die Schrittlänge ein entscheidendes Maß. Das Kind steht dafür am besten ohne Schuhe mit dem Rücken an einer Wand und hat ein Buch im Schritt eingeklemmt. Die korrekte Schrittlänge wird anschließend zwischen Oberkante des Buchs und dem Boden gemessen. Das passende Kinderrad ist gefunden, „wenn in der niedrigsten Sattelstellung das Kind mit den Fußballen den Boden berühren kann. Das gibt die nötige Standsicherheit“, so Meitler.

Die gängige Radgröße für erste Kinderfahrräder liegt bei 16 Zoll (z. B. „Z6 Edition“ von Puky / 179,99 Euro). Die Räder eignen sich für Kinder ab einer Körpergröße von 105 Zentimetern und einer Innenbeinlänge von 45 Zentimetern. Bei dieser Größe ist das Kind durchschnittlich um die vier Jahre alt. Für Früheinsteiger bieten z. B. Puky mit dem „Z2“ (169,99 Euro) oder Royal Baby mit dem „Space No.1“ (189 Euro) bereits Modelle mit Zwölf‐Zoll Rädern. Letzterer hat zusätzlich Bikes in einer Zwischengröße von 14 Zoll im Programm (z. B. „Freestyle“ / 159 Euro). Bei der Auswahl der Räder sollte darauf geachtet werden, dass die Geometrie und die Komponenten für Kinder optimiert sind. „Dazu zählen beispielsweise kindgerechte Bremsgriffe mit kurzem Hebelstand für kleine Hände, überdurchschnittlich breite Reifen für Komfort und Fahrstabilität und geprüfte Reflektoren“, erklärt Grim.

Hand‐ oder Rücktrittbremse?

Eine Rücktrittbremse ist bei den meisten Modellen Standard. Die Bremse braucht weniger Kraftaufwand im Vergleich zur Handbremse und lässt sich intuitiv vom Kind bedienen. „Wir verbauen zusätzlich eine hochwertige Cantilever‐Felgenbremse am Vorderrad zum spielerischen Erlernen der Wirkung einer Handbremse. Kinder sind im Umgang mit solchen Bremsen noch ungeübt und besonders in Schrecksekunden nicht in der Lage, die Bremskraft zu dosieren, was zu Stürzen führen kann. Deshalb ist sie nur eine Ergänzung zur Rücktrittbremse“, begründet Meitler. Bikehersteller Cannondale setzt bei seinem Kinderrad „Trail 16“ (249 Euro) hingegen auf V‐Brakes, Royal Baby verbaut beim neuen „Space Shuttle“ (239 Euro) sogar Scheibenbremsen. „Wir sehen kein gewinnendes Argument für eine Rücktrittbremse. Gerade bei Anfängern werden die Füße als Anker in brenzligen Situationen benutzt. Das Bremsverhalten an sich wird von den Kindern sowieso mit der Zeit intuitiv gelernt. Die Bremswahl sollte deshalb das Kind übernehmen“, so Philipp Martin von Cannondale. Da bei Jugendrädern mittlerweile meist nur auf Handbremsen gesetzt werde, falle zudem die spätere Umstellung für die Kinder weg.

Mit Riemen, aber ohne Licht

Dass Kinder auch von anderen Radtrends profitieren können, beweist Early Rider: Die Briten verbauen an ihren Kinderrädern durchweg einen Riemenantrieb von Gates anstatt einer Kette. „Mal ehrlich: Wie oft wird ein Kinderrad geputzt? Durch den Riemen ist der Antrieb besonders servicearm und läuft reibungslos. Ein Vorteil für putzunwillige Eltern“, begründet Daniel Gareus. Preislich spielen die Räder allerdings in einer anderen Liga: 449,99 Euro kostet das „B‐T 16“. Und das ganz ohne Schaltung, denn von der raten die Spezialisten im Einstiegsbereich einstimmig ab. „Das verwirrt die Kinder viel mehr und lenkt sie ab“, weiß Martin. Wichtiger sind hingegen bei der Wahl dicke Lenkerpolster und Sicherheits‐Lenkergriffe. Auch ein robuster Rahmen sowie hochwertige Bauteile für eine lange Lebensdauer sind entscheidend, damit eventuelle jüngere Geschwister auch noch etwas davon haben. „Hochwertige Kinderfahrräder erzielen zudem einen hohen Wiederverkaufswert. Wir bieten die Möglichkeit einer übertragbaren Fünfjahresgarantie“, so Meitler. Übrigens: Eine StVO‐konforme Beleuchtung braucht es an Kinderrädern nicht. Bei den Rädern handelt es sich rechtlich um Spielfahrräder, die nicht auf der Fahrbahn verwendet werden dürfen. Kinder in diesem Alter fahren in der Regel auf dem Gehweg. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist fehlendes Licht allerdings ein Sicherheitsrisiko. Deshalb sind kleine LED‐Leuchten (z. B. „Pure B“ von Busch & Müller / 29,90 Euro) oder ein Helm mit integriertem Rücklicht (z. B. „Smiley 2.1“ von Abus / 34,95 Euro) als zusätzliches Geschenk empfehlenswert.

Doch leider schaut die Realität in weihnachtlichen Wohnzimmern anders aus. Es geht nicht um die neuesten Bikes, sondern um die meisten Bits. Das ärgert pd‐f‐Gründer Gunnar Fehlau. Hier finden Sie seinen Kommentar: Kommentar:Bikes statt Bits!

 

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