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Eine Frau fährt auf einem E-Bike vor einem Gebäude entlang, vor dem ein rundes Schild mit einem weißen S auf grünem Grund steht.

E‑Bikes waren auch 2023 weiter auf dem Vormarsch
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Dienstag, 26. März 2024

Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) stellt jährlich die Verkaufszahlen für die Fahrradbranche vor. 2023 war die Besonderheit, dass erstmalig in Deutschland mehr E‑Bikes als unmotorisierte Fahrräder verkauft wurden. Der pressedienst-fahrrad ordnet die Zahlen ein und hat bei Branchenvertreter:innen bzgl. aktueller Entwicklungen nachgefragt.

Die Verkaufszahlen für Fahrräder bewegten sich 2023 weiter auf einem hohen Niveau, konnten allerdings die Werte des Jahres 2022 nicht erreichen. Das zeigen die aktuellen Marktdaten des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV). Für ZIV-Geschäftsführer Burkhard Stork ist eine Marktsättigung bei Fahrrädern aber noch lange nicht erreicht: „Wir machen uns keine Sorgen, dass es eine Sättigung gibt.“ Die Umsätze seien stabil und auf einem deutlich höheren Niveau als noch vor fünf Jahren. Die Branche trotze dem negativem Konsumklima, so der ZIV.

Blick über die Schulter eines Mannes, der auf ein Smartphone schaut. Im Hintergrund steht ein E-Bike vor einem Gebäude.E‑Bike sorgt für Anerkennung
Der wesentliche Faktor dabei sind E‑Bikes. Erstmals wurden in Deutschland 2023 mehr Fahrräder mit Motor verkauft als ohne. Eine Entwicklung, die sich bereits seit ein paar Jahren abgezeichnet hat. „Mit Blick auf die letzten Zahlen war es nur noch eine Frage der Zeit. Als Flyer vor über 25 Jahren erste E‑Bike-Serien vorstellte, wurden wir noch belächelt. Umso mehr freut uns die aktuelle Entwicklung. Durch das E‑Bike hat das Thema Radfahren gesellschaftlich eine höhere Anerkennung erhalten“, freut sich Anja Knaus, Pressesprecherin des schweizerischen E‑Bike-Pioniers Flyer. Das zeigt sich auch in höheren Verkaufspreisen, wie Stork bestätigt: „Der Trend zum Kauf von hochwertigen Rädern ist deutlich sichtbar. Auch zeigt sich ein Interesse am Kauf des Zweit- oder Drittrades.“ Mittlerweile liegt der durchschnittliche Verkaufspreis für E‑Bikes laut ZIV bei 2.950 Euro, der Handelsverband VSF nennt sogar 4.190 Euro als Durchschnittspreis. Für Fahrräder ohne Motor werden aktuell im Schnitt 470 Euro ausgegeben.

Eine Frau fährt auf einem E-MTB eine steile Felsflanke im Gebirge hinauf.E‑Mountainbikes am beliebtesten
Blickt man auf die Absatzzahlen der letzten Jahre, zeigt sich, dass der Markt aktuell äußerst vielseitig ist und für Kaufinteressierte eine große Auswahl bietet. Bei den E‑Bikes ist weiterhin das E-Mountainbike in der Verkaufsstatistik führend. 39 Prozent der verkauften E‑Bikes waren im letzten Jahr diesem Segment zuzuordnen. „E‑MTB ist aber nicht gleich E‑MTB. Es gibt leichte Modelle für den sportlichen Einsatz, Räder mit viel Federweg für anspruchsvolles Gelände und auch Modelle, die mit Lichtanlage und Gepäckträger ausgerüstet sind für entspannte Touren oder auch für das tägliche Pendeln. Das E‑MTB steht für die Vielseitigkeit des Radfahrens“, sagt Matthias Rückerl, Brand Manager beim E‑MTB-Spezialisten Haibike. Der Erfolg des E‑Mountainbikes hat dazu beigetragen, dass die Elektromobilität auch bei jüngeren Menschen eine hohe Akzeptanz genießt und E‑Bikes nicht mehr als „Rentner:innen-Fahrzeuge“ verspottet werden. „Eine größere E‑Bike-Nutzung bedeutet mehr Radfahren, längere Fahrstrecken und insgesamt mehr Bewegung. Das ist gut für das Gesundheitswesen und eine positive Entwicklung, die viele gute Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft hat“, fasst Stork zusammen.

Eine Frau fährt auf einem E-Lastenrad mit Kinderanhänger quer über eine Straße. Im Hintergrund ist der Berliner Fernsehturm zu erkennen.Transport per Fahrrad ist gefragt
Ein anderes stark wachsendes Segment sind E‑Cargobikes. Hier verzeichnete der ZIV den größten Zuwachs. 2023 lag der Verkauf bei 189.000 Stück, ein Wachstum von 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Auch bei E‑Cargobikes zeigt sich eine wachsende Vielseitigkeit. Ein Trend ist, dass die Räder kompakter werden und so eine praktische Lösung für Menschen sind, die viel transportieren müssen, aber wenig Platz zum Abstellen haben. Wir gehen davon aus, dass durch diese Lösungen, wie unser neues Moca, die Nachfrage in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird“, sagt Stefan Jedlitschka, Head of Marketing beim Fahrradhersteller Moca.

Eine Frau fährt auf einem blauen Fahrrad durch den Wald.Gravelbikes erhalten weiteren Schwung
Bei unmotorisierten Fahrrädern war im letzten Jahr eine starke Nachfrage nach Begleitern für die Stadt festzustellen. Laut ZIV waren 86,5 Prozent der 2023 verkauften Fahrräder solche für die Nutzung im urbanen Raum. Im sportlichen Bereich ist eine wachsende Nachfrage bei Rennrädern und Gravelbikes zu sehen. „Lange Jahre dümpelte der Rennradmarkt etwas dahin. Deshalb freuen wir uns sehr, dass der Bereich in den letzten Jahren wieder am Wachsen ist. Gravelbikes sind hier sicherlich ein wichtiges Thema. Aber auch neue Entwicklungen bei Rennrädern oder die Freude am Cyclocross-Sport ziehen stetig neue Radfans an“, sagt Jacob von Hacht, Geschäftsführer von Stevens Bikes.

Eine Person fährt auf einem Liegerad in Richtung einer Großstadt-Skyline.S‑Pedelecs schwächeln noch
Ein Segment, das von Mobilitätsexpert:innen und Branchenvertreter:innen für die Verkehrswende als sehr wichtig erachtet wird, stagniert allerdings weiterhin: Die Rede ist von S‑Pedelecs. Die schnellen Fahrzeuge haben eine Motorunterstützung bis 45 km/h. Ihr Marktanteil in Deutschland liegt allerdings bei gerade einmal einem Prozent. Das größte Problem ist dabei die Gesetzeslage: Die Räder sind aktuell nicht auf Radwegen zugelassen. Zumindest außerorts wäre eine Freigabe sinnvoll, weil dadurch weitere Strecken mit dem S-Pedelec schneller absolviert werden können. Für Pendler:innen mit längeren Fahrstrecken bietet sich das S‑Pedelec als echte Alternative zum Auto an.

Ein Mann fährt auf einem Kompakt-Fahrrad durch die Stadt.Rahmenbedingungen weiter verbessern
Die Schaffung von besseren Rahmenbedingungen für Radfahrende ist ein wesentliches Anliegen, wie Stork bestätigt: „Die Politik darf das Fahrrad nicht vergessen und muss das Potenzial des Fahrrads endlich vollwertig anerkennen.“ Wie das funktionieren kann, zeigt das Beispiel der Niederlande. „Radfahren ist hier ein Teil der Lebensphilosophie und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Diese Liebe zum Radfahren muss auch in Deutschland weiter wachsen, dann klappt es mit der ökologischen Verkehrswende und der Gesundheit“, sagt Anke Namendorf, Brand Managerin für die Region Deutschland, Österreich und Schweiz beim niederländischen Hersteller Koga, die seit Jahren in den Niederlanden lebt und arbeitet.

Thomas Geisler | pressedienst-fahrrad

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