Der erste Weltcup-Sieg mit Getriebe-Bike – Stimmen zum Titelgewinn

Elmar Keineke, Universal Transmissions (deutscher Exklusiv-Vertrieb von Gates)
„Der Sieg von Hattie Harnden in Les Gets ist für uns ein besonderer Meilenstein, weil er zeigt, dass sich ein Riemenantrieb auch unter den extremen Belastungen des Downhill-Rennsports auf höchstem Niveau bewähren kann. Hattie selbst hat nach dem Rennen besonders die gleichmäßige und zuverlässige Funktion des Antriebs hervorgehoben: ‚So konnte ich mich vollständig auf meinen Lauf konzentrieren. In einem Sport, in dem jede Sekunde zählt, kann genau das den Unterschied ausmachen.‘ Gleichzeitig war dieser Sieg keine Einzelleistung. Entscheidend war das Zusammenspiel von Hattie, dem gesamten Team, den Mechanikern und Ingenieuren sowie Gamux bei der Entwicklung des Rahmens.
Für uns reicht die Bedeutung dieses Erfolgs deshalb über das einzelne Rennen hinaus. Der Downhill-Sport ist ein anspruchsvoller Härtetest für Material und Technik, und die Erkenntnisse daraus fließen bereits in unsere weitere Entwicklung ein – unter anderem bei Haltbarkeit, Kraftübertragung und Ansprechverhalten. Wir sehen darin auch einen wichtigen Schritt für die Zukunft des Riemenantriebs im Performance-Bereich. Wenn sich die Technik unter solchen Bedingungen bewährt, eröffnet das weitere Möglichkeiten für den Einsatz in unterschiedlichen Fahrradsegmenten und darüber hinaus in der Mikromobilität.“


Gregor Sinn, Redakteur MTB-News.de
„Zumindest auf dem Papier bieten Getriebebikes im Downhill-Einsatz eine Menge Vorteile – darunter die geringe ungefederte Masse am Hinterrad, der zentrale Schwerpunkt und die Möglichkeit, jederzeit schalten zu können, ohne treten zu müssen. Deshalb hat Gates, Hersteller der Riemen, die gemeinsam mit Getrieben zum Einsatz kommen, die ‚Gates Belted Purse‘ ausgelobt: 100.000 Euro Prämie für den ersten Elite-Sieg im Downhill-Weltcup – egal, ob bei den Männern oder den Frauen. Am Wochenende in Les Gets hat die Britin Harriet Harnden vom Team Aon Racing das Warten beendet und mit ihrem Sieg in der Elite-Klasse eine neue Ära im Downhill-Sport eingeläutet. Noch sind Getriebebikes aber auch im Weltcup eher die Ausnahme – ob sich das in Zukunft ändert, werden wir sehen.“
Arne Bischoff, Redakteur pd-f
„Glückwunsch an Hattie Harnden! Neben ihrem ersten Elite-Sieg im Downhill-Weltcup hat sie ‚ganz nebenbei‘ Technikhistorisches geleistet und den ersten Mountainbike-Weltcup-Sieg auf einem Fahrrad mit Riemenantrieb eingefahren. Dabei wurden die technischen Vorteile in der Szene schon lange diskutiert. So verspricht die Kombination aus einer zentralen Getriebeschaltung und Kraftübertragung per Riemenantrieb große konzeptionelle Vorteile. Der Schwerpunkt verlagert sich fahrdynamisch günstig tief und mittig, während das Gesamtsystem Hinterrad um die exponierten (und anfälligen) Schaltungskomponenten buchstäblich erleichtert wird. So sinkt die sogenannte ungefederte Masse, das Ansprechverhalten der Federelemente wird besser und damit auch die Traktion. Um das in der Praxis zu beweisen, hatte Riemenantriebs-Marktführer Gates Carbon Drive bereits 2024 die ‚Belted Purse‘ ausgelobt. 100.000 Euro winkten der oder dem ersten Downhill-Weltcup-Sieger:in mit Riemenantrieb. Dass es trotz dieser üppigen Prämie so lange gedauert hat, dürfte eher an der relativ geringen Zahl an ‚Belt-Bikes‘ im Weltcup gelegen haben, die trotz ihrer unbestreitbaren Vorzüge immer noch als Exoten gelten. Das könnte sich nun endlich ändern. Und wer weiß: Vielleicht nimmt der Radsportweltverband UCI den Mountainbike-Meilenstein endlich zum Anlass, Riemenantriebe auch im Race-BMX- und Bahnradsport zu erlauben – denn auch dort verheißen sie zumindest in der Theorie große Vorteile.“
Der Downhill-Worldcup in Les Gets
„Im Zuge der Gates-Challenge sind einige kleinere bis mittlere Teams tatsächlich von der Kettenschaltung aufs Getriebe gewechselt – etwa MS Racing, Continental Atherton Racing sowie AON Racing.“ (aus mtb-news).
