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Rennrad oder Gravel – was sind die Unterschiede?

Die Tour de France zieht jährlich Millionen von Menschen in ihren Bann. Für einige sind die famosen Bilder der legendären Tour-Passstraßen der Auftakt, um selbst mit dem Radsport zu beginnen. Neben dem klassischen Rennrad hat sich in den letzten Jahren das Gravelbike zu einer Alternative entwickelt. Aber was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Radtypen mit Rennlenker? Der pressedienst-fahrrad gibt einen kurzen Überblick.
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Auf den ersten Blick scheinen sich Rennrad und Gravelbike für Einsteiger:innen kaum zu unterscheiden. Beide Radtypen stehen für sportive Räder mit Rennlenker, der viele unterschiedliche Greifoptionen bzw. Sitzpositionen ermöglicht. Als Rahmenmaterial kommt im Einstiegssegment meist Aluminium zum Einsatz, da es günstig und langlebig ist. Wer auf ein leichteres Bike, z. B. für Rennen, abzielt, entscheidet sich für die teurere Carbon-Variante. Titan oder Stahl sind bei Liebhaber:innen gefragt. Die Rahmen vieler Gravelbikes verfügen über Aufnahmen für Taschen, Schutzbleche und Gepäckträger. So lässt sich für längere Touren einfach Gepäck anbringen. Scheibenbremsen sind mittlerweile bei beiden Radgattungen Standard.

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Breite vs. schmale Reifen

Blickt man genauer hin, sieht man einige Unterschiede. Der auffälligste: Während ein Rennrad auf schmalen, kaum profilierten Reifen mit 23 bis 28 Millimetern Breite rollt, haben Gravelbikes breitere, profilierte Pneus, die bis 50 Millimeter oder sogar noch breiter sein können. Das Reifenprofil ist jeweils auf den Einsatzzweck der Räder zugeschnitten. Das Rennrad ist für das Fahren auf glattem Asphalt gemacht. Der Reifendruck ist hoch, was den Rollwiderstand auf glattem Untergrund minimiert und für rasantes Fahren sorgt. Gravelbikes sind, wie ihr Name schon sagt (Gravel ist das englische Wort für Kies bzw. Schotter), liebend gerne auf Schotterpisten oder auch Feldwegen unterwegs. Der Reifendruck ist niedriger, um mit den breiteren Reifen auf rauen Untergründen komfortabler und auch leichter zu rollen. Gravelbikes sind auf Asphalt weniger schnell als Rennräder, aber nicht so viel weniger, wie das bei Mountain- oder Trekkingbikes der Fall ist. Die Räder werden deshalb auch gerne als Allwegerad bezeichnet, weil sie neue Möglichkeiten für abwechslungsreichere Strecken bieten.

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Einfach oder zweifach?

Ein zweiter wesentlicher Unterschied ist die Schaltung. Bei klassischen Rennrädern kommt eine sogenannte Zweifach-Schaltung zum Einsatz, das heißt an der Kurbel befindet sich ein Umwerfer, mit dem man zwischen einem kleinen und einem großen Kettenblatt wechseln kann. So gibt es die Option, zwischen rasantem Fahren auf dem großen und guten Kletterqualitäten auf dem kleinen Kettenblatt zu wählen. Das Ritzelpaket am Hinterrad ist klein und ermöglicht fein abgestufte Gangsprünge. Ein Rennrad hat in der Regel zwischen 20 (2 x 10) und 24 (2 x 12) Gänge. Bei vielen Gravelbikes wird hingegen auf den Umwerfer verzichtet und eine Einfach-Schaltung verbaut. Der Vorteil: Das Schalten ist intuitiver und direkter, weil es keine Gangüberschneidungen gibt. Dafür ist eine größere Kassette verbaut, die zwar etwas größere Gangsprünge zwischen den Ritzeln hat, aber auch sehr kleine Gänge ermöglicht, wenn man beispielsweise an steilen Rampen im Gelände unterwegs ist. Ein weiterer Vorteil: Das System ist weniger wartungsintensiv, was es für den Geländeeinsatz interessanter macht. Gravelbikes kommen in der Regel mit elf oder zwölf Gängen aus. Es gibt allerdings auch Modelle mit einer Zweifach-Schaltung, ebenso gibt es Rennräder mit Einfach-Schaltung.

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Unterschiede und Parallelen bei der Geometrie

Das dritte Unterscheidungsmerkmal ist die Rahmengeometrie. Rennräder sind kompakt gebaut mit einem kurzen Radstand. Bei der Entwicklung liegt der Fokus auf einer aerodynamischen Sitzposition. Es gibt eine deutliche Sattelüberhöhung, sprich der Sattel steht höher als der Lenker, was zu einer nach vorne gebeugten, windschnittigen Sitzposition führt. Bei Gravelbikes steht hingegen Komfort im Mittelpunkt. Das wird erreicht durch eine aufrechtere Sitzposition dank geringer Sattelüberhöhung (der Sattel befindet sich oft ungefähr auf Höhe des Lenkers). Zudem ist der Radstand im Vergleich zum klassischen Rennrad länger, was für mehr Laufruhe sorgt. Was auffällt, wenn man die Entwicklung der letzten Jahre aufmerksam beobachtet: In der Praxis verschwimmen die Grenzen mehr und mehr. Endurance-Rennräder für den Langstreckeneinsatz bieten einen ähnlichen Komfort wie Gravelbikes. Zugleich wird bei sportiven Gravelbikes für Renneinsätze zunehmend auf eine verbesserte Aerodynamik und Effizienz wie beim Rennrad gesetzt.

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Der Lenker wird breiter

Ein weiterer Unterschied ist die Lenkerform. An Gravelbikes ist meist ein Lenker mit sogenanntem Flare verbaut. Diese Lenker sind breiter als herkömmliche Rennradlenker und an den Seiten bzw. dem Unterlenker nach außen gebogen. Das verspricht bessere Kontrolle im Gelände sowie mehr Sicherheit auf Schotter. Außerdem entlastet es Schultern und Handgelenke auf längeren Strecken. Es wundert also nicht, dass auch manche Rennradprofis mittlerweile zum Flare-Lenker greifen und die Grenzen noch weiter verschwimmen lassen.

Frau fährt auf Gravelbike über einen sonnigen Platz.
Frau fährt auf Gravelbike über einen sonnigen Platz.Gravelbikes lassen sich individuell ausrüsten, sodass der Weg zur Arbeit oder ein Ausflug ins Grüne damit absolviert werden kann.https://www.pd-f.deImpressum/Imprint: pressedienst-fahrrad GmbH, Ortelsburger Str. 7, 37083 Göttingen, Germany, T: +49(0)551/9003377-0, info@pd-f.de, www.pd-f.de Quelle/Source: „www.pd-f.de | Phil Pham“
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Wie sieht die aktuelle Entwicklung aus?

Mit Gravelbikes kam neuer Schwung in den Rennradmarkt. Die Bikes sind für Einsteiger:innen eine Universallösung, die eine Vielfalt an Wegen und Strecken ermöglicht. Die Fahrzeuge stoßen auf ein hohes Interesse. So wurden 2025 laut Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbandes über 200.000 neue Räder in diesem Segment verkauft. Das sind fast doppelt so viele wie Rennräder. Was auffällt: Es gibt immer mehr Spielarten des Gravelbikes und die Grenzen zum Rennrad verschwimmen immer weiter. Ein rennorientiertes Gravelbike ist kaum vom komfortorientierten Rennrad zu unterscheiden. Den Vorteil genießen die Kaufinteressierten, weil sie das passende Rad finden können. Steht das klassische Rennrad deshalb vor dem Aus? Mitnichten, denn auch das Rennradsegment profitiert von der wachsenden Nachfrage nach Gravelbikes. Einerseits, weil Radsport dadurch stärker öffentlich wahrgenommen wird und mehr Interessierte anlockt. Und andererseits, weil sich durch die wachsende Nachfrage im Gravel-Bereich bereits eine Warenknappheit ankündigt, wie der Handelsverband VDZ berichtet. Die Folge laut Verband: Rennräder erfahren wieder eine höhere Nachfrage, gerade im Einstiegsbereich.

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Neuheiten Rennrad und Gravel

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„Egal, ob Gravel oder Rennrad: Am Ende profitieren die Kaufinteressierten von den aktuellen Entwicklungen. Entweder man bekommt einen klassischen Allrounder, mit dem man sportlich so gut wie auf jedem Terrain fahren kann. Oder man bekommt genau das spezialisierte Bike, das für den Einsatzzweck passt.“
Thomas Geisler
Redakteur

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