Roller als praktische Mobilitätslösung nicht nur für Kinder
Tretroller fahren hat für Kinder einen großen Vorteil: Sie müssen, auch wenn sie älter als zehn Jahren sind, nicht auf der Straße fahren, sondern sind auf dem Gehweg unterwegs. So sind sie im Straßenverkehr besser geschützt, wenn sie allein zur Schule fahren. Dennoch fordert Rollerfahren alle Sinne, trainiert die motorischen Fähigkeiten wie Gleichgewichtssinn und vermittelt das Gefühl von Beschleunigung und Geschwindigkeit. Ein erstes Interesse fürs Rollerfahren entwickeln Kinder bereits im Alter zwischen zwei und drei Jahren. Eltern sollten dies auch fördern, da Rollern die Koordination stärkt und die Erfahrungen später auch zum Erlernen des Radfahrens genutzt werden können. Kinderroller können allerdings auch hohe Geschwindigkeiten erzielen und bergen eine Sturzgefahr. „Wie beim Radfahren sollte auch beim Rollern unbedingt an einen Fahrradhelm gedacht werden“, rät Torsten Mendel vom Sicherheitsspezialisten Abus. Selbst wenn die Fallhöhe und die Geschwindigkeiten nicht so hoch sind wie beim Fahrrad, kann ein Helm Kopfverletzungen verhindern oder zumindest abmildern.
Große Reifen sind sinnvoll
Für Kindern bieten sich für den Einstieg die sogenannten Micro-Roller an. Diese rollen meist auf drei Rädern: zwei vorne und eins hinten. Ein Umkippen ist dadurch fast unmöglich und in vielen Fällen können die Roller zusammengeklappt werden. Das ermöglicht einen einfachen Transport, etwa im Bus. Aber: Die kleinen Räder, die meist aus Plastik bestehen, bieten wenig Komfort, wenn die Straße Unebenheiten hat. Auf Kopfsteinpflaster können sie gar zwischen den Pflastersteinen hängen bleiben, was die Sturzgefahr erhöht. Deshalb sind größere Reifen eine sinnvolle Investition, wenn die Kinder alt genug sind und erste Rollererfahrungen gemacht haben. Roller mit möglichst großen Reifen haben ein weitaus besseres Rollverhalten und fahren komfortabel auch auf holprigen Strecken. Der neue „Move“ von Puky hat beispielsweise Rollen mit einem Durchmesser von 200 Millimetern. Er ist für Kinder im Alter ab fünf Jahren gedacht. Weil die robusten Reifen Unebenheiten besser schlucken, bleiben sie spurstabil und sind dank ihres Aufbaus sicherer als die kleinen Gefährte.
Leicht mitzunehmen
Die meisten Roller überzeugen durch ein leichtes Gewicht sowie ein einfaches Zusammenklappen. So lassen sie sich bequem transportieren und über Treppen tragen. Für Kinder und Erwachsene bietet das die Möglichkeit einer intermodularen Anreise aus beispielsweise Zug und Roller zur Schule oder zum Arbeitsplatz. Deshalb sind Roller auch im Alter gefragt und je nach Modell auf ein Maximalgewicht von 100 Kilogramm zugelassen. Zudem lassen sie sich auch einfach auf Körpergrößen von Erwachsenen einstellen. „Ich persönlich bin ein Riesenfan von Tretrollern. Man fühlt sich sofort wieder jung, ungefähr drei Jahre alt. So geht es mir immer: Sobald ich da draufstehe, habe ich so einen kindlichen Spielgeist. Gerade für die letzte Meile ist der Roller wie geschaffen“, sagt der Comedian und bekennende Roller-Fan Wigald Boning und nennt noch einen weiteren Vorteil: „Es kann wenig kaputtgehen.“ Ein Roller kommt im Gegensatz zu anderen Verkehrsmitteln mit relativ wenig Technik aus. Es gibt keine service-intensiven Komponenten und auch ein Reifenschaden gehört eher zu den Ausnahmen – eine solide Voraussetzung für den täglichen Gebrauch.
Details erhöhen Alltagsnutzen
Und obwohl das Grundkonzept des Rollers über Jahre hinweg gleichblieb, gibt es immer wieder technische Details, die angepasst werden. So haben viele Roller mittlerweile eine spezielle Öffnung im Rahmen, um das Anschließen mit einem Fahrradschloss zu vereinfachen. „Um das Schloss einfach transportieren zu können, haben wir bei unserem neuen Modell Move eine spezielle Halterung am Lenker. Alternativ zum Schloss kann hier je nach Bedarf auch eine Trinkflasche oder eine Tasche angebracht werden“, erklärt Paolo Anania von Puky. Durch das Anbringen von Akku-Beleuchtung wird die Sichtbarkeit bei Dunkelheit erhöht, Reflektoren an Lenker oder Rahmen erhöhen ebenfalls die Sicherheit.
Unterschied Tretroller und E-Roller
Anders als Tretroller gelten die aktuell sehr gefragten E‑Roller als Elektrokleinstfahrzeug. Mit E‑Rollern darf deshalb nicht auf Gehwegen gefahren werden, sondern die Nutzer:innen müssen Radwege, Radfahrstreifen oder, wenn keines davon vorhanden ist, die Fahrbahn benutzen. Das Mindestalter bei der Nutzung ist 14 Jahre und die Fahrzeuge brauchen ein Versicherungskennzeichen.












