Zehn Tipps, das Beste aus dem Bike rauszuholen
1) Richtig einstellen
Die Sitzposition ist entscheidend dafür, ob man effizient mit dem Fahrrad vorankommt. Mit der richtigen Sattelhöhe fällt das Treten leichter. Als grobe Faustregel gilt: Bei einem komplett durchgestreckten Bein muss die Ferse auf dem Pedal stehen. Wer seine Haltung genauer einstellen möchte, greift am besten zu den „Fitting-Boxen“ von Ergon. Je nach Fahrradtyp kann man zu Hause ein kleines Bike-Fitting machen. So wird neben der richtigen Sattelhöhe auch die passende Sattelneigung ermittelt, oder der Abstand von Sattel zu Lenker.
2) Regelmäßig putzen
Ein gut gepflegtes Fahrrad macht länger Freude. Hin und wieder den Dreck abwischen verbessert nicht nur die Optik, sondern verhindert auch so manches Quietschen und Knarzen. Beim Putzen gehört auch dazu, Sattelstütze, Laufräder oder Vorbau abzubauen, zu reinigen und bei Bedarf die Kontaktpunkte etwas nachzufetten. Anschließend die Schraubverbindung wieder festziehen und ggf. auch fetten. So können mögliche Knarzgeräusche eliminiert werden. Wer einen langfristigen Schutz seines Rahmens vor Kratzern erhalten möchte, der kann eine Schutzfolie nutzen. Der britische Pflegemittelspezialist Muc-off bietet beispielsweise ein Set mit unterschiedlichen Klebefolien für Rahmen, Gabel, Kurbeln und Kettenstreben an.
3) Antrieb pflegen
Eine gut gepflegte Kette steigert nicht nur die Performance, zusätzlich wird der Verschleiß an Ritzeln und Kettenblättern minimiert und deren Haltbarkeit verbessert. Je nach Fahrleistung und Witterung ist die Kette mindestens einmal im Jahr, meistens öfter, zu entfetten sowie neu zu schmieren. Mit Hilfe einer Kettenverschleißlehre, z. B. von Birzman, kann man einfach herausfinden, ob die Kette sogar getauscht werden muss. Um den Schmutz zu entfernen, greift man zu einem Kettenreiniger wie dem „Bio Drivetrain Cleaner“ von Muc-off. Mit einem Alltagskettenmittel wie dem „All Weather Lube“ von Muc-off kann man anschließend eine Schutzschicht für nasse und trockene Bedingungen auftragen und so den Verschleiß verringern. Wer keine Lust auf regelmäßiges Schmieren hat, kauft sich ein Rad mit Riemenantrieb. Ein solcher braucht weniger Pflege, hält aber deutlich länger als eine Kette und büßt über die Lebensdauer kaum Leistung ein, da er sich nicht längt.
4) Gangschaltung optimieren
Hakt der Gangwechsel, heißt es nachjustieren. Das ist nötig, wenn die Kette nur schwer in den nächsten Gang wechselt. Mit der Einstellschraube am Schalthebel lässt sich die Zugspannung der Schaltung erhöhen oder senken, was den Gangwechsel wieder verbessern kann. Geht die Kette nur schwer vom kleineren auf das größere Ritzel, muss man die Schraube ein wenig nach vorne drehen, um die Spannung zu erhöhen. Wenn der Sprung auf das kleinere Ritzel hakt, muss man die Spannung druch drehen nach hinten senken.
5) Reifen wechseln
Der Reifen ist der Kontaktpunkt zwischen Untergrund und Fahrrad. Deshalb wirken sich Änderungen unmittelbar auf das Fahrverhalten aus. Ein neuer Reifensatz mit weniger Rollwiderstand ist dann zu empfehlen, wenn man seine Geschwindigkeit steigern möchte, z. B. wenn man viel auf Asphalt unterwegs ist. In Kombination mit TPU-Schläuchen kann man einfach und kostengünstig Gewicht sparen. Wer öfter auf Schotterpisten oder im Wald unterwegs ist, greift hingegen zu einem Reifen mit hohem Pannenschutz, um mögliche Schäden zu minimieren.
6) Reifen richtig aufpumpen
Mit einem Reifenwechsel ist es aber nicht getan. Mindestens einmal pro Monat muss der Reifendruck kontrolliert und nachgepumpt werden. Zum schnellen Check nutzt man am besten einen Luftdruckmesser (z. B. von Schwalbe), zum Pumpen eine Standpumpe mit Manometer (z. B. „Rennkompressor NXT“ von SKS Germany). Die Angabe des optimalen Reifendrucks findet man auf der Reifenflanke. Je nach Untergrund sollte man beim Aufpumpen variieren: Auf Strecken mit höherem Asphaltanteil kann man sich am oberen Wert orientieren, bei Schotter- und Waldwegen mehr am unteren Wert.
7) Laufräder zentrieren
Neben dem Reifen gilt es, auch dem Laufrad ein wenig Aufmerksamkeit zu widmen. Lockere Speichen hemmen das Rollverhalten. Mit einem Speichenschlüssel, z. B. von Birzman, kann man lose Speichen wieder festziehen. Mithilfe eines Kabelbinders, den man an der Sitzstrebe befestigt, lässt sich der Rundlauf des Rades prüfen. Berühren Speichen den Kabelbinder, müssen diese neu ausgerichtet werden. Durch schrittweises Lockern und Festziehen der Speichen mit dem Speichenschlüssel lässt sich das Rad wieder gerade ausrichten. Aber Vorsicht: Einmal zu stark gedreht und schon kann die Speiche defekt sein. Wer sich unsicher ist, lieber Rat von einer Expert:in holen.
8) Neuer Sattel und Griffe
Der Po schmerzt nach wenigen Kilometern oder die Hände werden taub? Ein neuer Sattel oder neue Griffe können diese Probleme lösen. Die Produkte können meistens einfach ausgetauscht werden. Welcher Sattel passt, muss man individuell je nach Einsatzzweck, Geschlecht und Sitzposition herausfinden. Bei den Griffen bieten sich Flügelgriffe mit einer größeren Auflagefläche an, gerne auch mit Bar Ends. Diese ermöglichen mehrere Griffpositionen und so die Entlastung der Handflächen. Ergonomiespezialisten wie Ergon haben eine Vielzahl an Produkten zur Auswahl. Am besten einfach ausprobieren, was einem passt.
9) Federung einstellen
Federelemente wie Federgabel oder Dämpfer brauchen eine auf das Gewicht abgestimmte Einstellung, damit sie richtig funktionieren können. Dabei hilft eine Dämpferpumpe (z. B. „USP“ von SKS Germany), um den Druck in den Federelementen zu optimieren. An vielen Federgabeln ist zur Orientierung eine Skala an der Gabel abgebildet. (Wer die Einstellung genauer vornehmen möchte, findet hier eine Anleitung zum passenden Vorgehen.) Aber: Auch die Federelemente müssen regelmäßig kontrolliert und gewartet werden.
10) Motor per App anpassen
Ein praktisches Feature für E‑Biker:innen: Per Handy-App des Motorenherstellers lassen sich manche Systeme auf den persönlichen Bedarf anpassen. Ob mehr Power beim Anfahren oder eine Akku-schonende Fahrweise für mehr Reichweite: Vieles ist mittlerweile möglich und erhöht den Fahrspaß.











