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VAUDE fordert ein starkes EU-Lieferkettengesetz
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Dienstag, 30. Mai 2023

Beginn Originaltext, Quelle: Pressemitteilung VAUDE Sport GmbH & Co. KG

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  • EU-Lieferketten- und Sorgfaltspflichten-Gesetz: Abstimmung am 1. Juni
  • Entscheidende Abstimmung im EU-Parlament steht an
  • VAUDE appelliert an die EU-Politiker*innen, keine Verwässerung zuzulassen

EU-Gesetz als Game Changer für die globalen Lieferketten

VAUDE begrüßt die geplante verpflichtende Sorgfaltspflicht für Unternehmen in der Europäischen Union. „Wir setzen uns für ambitionierte, schnell wirksame und verbindliche Standards für mehr Nachhaltigkeit auf EU-Ebene für möglichst viele Unternehmen ein“, so Antje von Dewitz, VAUDE Geschäftsführerin. Am 1. Juni 2023 soll das EU-Lieferkettengesetz Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) vom EU-Parlament verabschiedet werden. „Das ist eine wichtige Entscheidung, die mir sehr am Herzen liegt. Das EU-Lieferkettengesetz kann ein echter Game-Changer werden, weil nun auch ökologische Faktoren berücksichtigt sind und auch mehr Unternehmen als im deutschen Gesetz in die Pflicht genommen werden sollen. Ich sehe vor allem die große Chance, dass nun mehr Akteure gemeinsam aktiv werden und echte Verbesserungen in den Lieferketten voranbringen“, so Antje von Dewitz. Deshalb appelliert VAUDE an die EU-Abgeordneten, für den Gesetzesentwurf abzustimmen und keine Verwässerung zuzulassen.

VAUDE positioniert sich seit Jahren öffentlich für Lieferkettengesetze und damit für die Übernahme von Verantwortung in globalen Lieferketten. Denn eine fehlende gesetzliche Verankerung von sozialen und ökologischen Mindeststandards unterstützt nicht nur die Ausbeutung von Mensch und Natur; sie schafft auch Wettbewerbsnachteile für Unternehmen wie VAUDE, die sich bereits seit Jahren freiwillig für faire und umweltfreundliche Produktionsbedingungen weltweit einsetzen.

„Für uns ist es selbstverständlich, dass Unternehmen ganzheitlich verantwortlich sind für die Auswirkung ihres wirtschaftlichen Handelns“, erklärt Antje von Dewitz. VAUDE investiert daher in die Entwicklung und Herstellung von umweltfreundlichen Produkten, z. B. durch den Einsatz ressourcenschonender Materialien, durch Umweltmanagement-Trainings in der Lieferkette, durch Klimabilanzierung oder umweltfreundliche Energien. Dabei geht die Outdoormarke freiwillig weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. „Das bedeutet aber auch, dass wir durch unser Engagement höhere Kosten und damit Benachteiligungen im Vergleich zum Wettbewerb haben. Strengere gesetzliche Vorgaben sowie wirksame staatliche Anreizsysteme für betrieblichen Klima- und Umweltschutz können für mehr Gerechtigkeit sorgen“, erklärt Antje von Dewitz. Trotz der höheren Kosten engagiert sich VAUDE seit langem konsequent für höhere soziale und ökologische Standards in der Lieferkette. „Wir zeigen, dass es machbar ist Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich zu sein“, so Antje von Dewitz.

Gemeinsam Veränderungen voranbringen

Durch Lieferkettengesetze, die verbindliche Standards für alle Unternehmen festlegen, eröffnen sich vor allem große Chancen, die globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenverbrauch etc. gemeinsam anzugehen und zukunftsfähige Lösungen zu finden. „Wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir enorm viel erreichen – und uns Kosten, Aufwand und Risiken teilen. Wir engagieren uns seit langem gemeinsam mit anderen Marken in verschiedenen Gremien und sehen, dass dies der richtige Weg ist Lösungen und Innovationen voranzubringen, von denen schließlich auch die Unternehmen selbst profitieren!“, berichtet Antje von Dewitz. So arbeitet VAUDE seit 2021 im Supply Chain Decarbonisation Project (SCDP) der European Outdoor Group (EOG) mit neun weiteren Outdoormarken daran, die Treibhausgasemissionen in der Lieferkette zu reduzieren und den Einsatz erneuerbarer Energien zu erhöhen. Im Pilotprojekt Environmental Stewardship hat VAUDE eine Reihe von Materiallieferanten in puncto Umweltmanagement geschult und dadurch deutliche Energie-Einsparungen in der Produktion erzielt.

Zivilrechtliche Haftung stärkt Umsetzung

Das EU-Lieferkettengesetz sieht eine behördliche Kontrolle einschließlich Bußgeldern und zivilrechtlicher Haftung vor. D.h. Unternehmen müssen haften, wenn sie ihren Sorgfaltspflichten nicht nachkommen und deshalb Menschenrechte verletzt werden oder die Umwelt geschädigt wird. VAUDE spricht sich für die zivilrechtliche Haftung aus, nicht um Unternehmen abzustrafen, sondern um unternehmerische Verantwortung strategisch auf höchster Ebene anzusiedeln. „So schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass Nachhaltigkeit auf höchster Ebene in den Unternehmen verankert und zur Business-Kompetenz wird“, betont Antje von Dewitz.

Auswirkungen wichtiger als Unternehmensgröße

VAUDE unterstützt den im Entwurf der EU-Kommission vorgesehenen Geltungsbereich, nach dem ab 2026 Großunternehmen (mindestens 500 Beschäftigte und 150 Mio. € Mindestumsatz) und ab 2028 Unternehmen aus den sogenannten Risikobranchen mit mindestens 250 Beschäftigten und Mindestumsatz von 40 Mio. € verpflichtet werden. Wobei aus Sicht von VAUDE das Risikopotenzial eines Unternehmens der sinnvollere Parameter wäre als die Unternehmensgröße: Auch sehr kleine Unternehmen können gravierende Auswirkungen auf vulnerable Gruppen oder sensible Naturräume wie Moore haben.

Klimaschutz ist Sorgfaltspflicht

Die EU-Kommission sieht vor, dass Unternehmen ihr Geschäftsmodell und ihre Unternehmensstrategie auf die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C gemäß Pariser Klimaschutzabkommen ausrichten müssen. VAUDE begrüßt dies ausdrücklich und fordert darüber hinaus, dass Unternehmen aus Risikobranchen unabhängig von ihrer Unternehmensgröße wissenschaftsbasierte Klimaziele in ihre Strategie integrieren, sowie dass neben Klimaschutz auch der Schutz von Biodiversität und Trinkwasser als unternehmerische Sorgfaltspflichten aufgenommen werden.

Kräfte bündeln für ein starkes Europa

„Wir bei VAUDE wünschen uns, dass wir in Europa alle Kräfte bündeln und ein wirksames EU-Lieferkettengesetz verabschieden. Wir fordern die Unternehmensverbände aller Branchen dazu auf, proaktiv, konstruktiv und kreativ daran mitzuwirken. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass europäische Unternehmen messbar ihren Beitrag zur Einhaltung von Menschenrechten und zum Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen leisten. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft“, appelliert Antje von Dewitz.

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