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Mittwoch, 15. Januar 2014

Mit der richtigen Schließ- und Schlosstechnik haben Diebe keine Chance

[pd-f] 2012 wurden 326.159 Fahrraddiebstähle erfasst, die häufigste Aufbruchmethode ist die brutale Form unter Verwendung von Bolzenschneider, Seitenschneider, Säge oder Hammer. Intelligente Öffnungsmethoden wie das sogenannte Picking finden laut Polizei in der Praxis kaum Anwendung. „Meistens handelt es sich um Gelegenheitsdiebstahl“, weiß Torsten Mendel vom Schlossanbieter Abus (www.abus.de). Diebe nähmen sich etwa drei Minuten Zeit, um ein Schloss zu knacken. „Diese Zeitspanne muss man mit Strategie und Technik überbrücken“, so Mendel weiter.

Zehn Prozent für die Sicherheit

Grundsätzlich sollte man ca. zehn Prozent des Fahrradwertes in ein Schloss investieren, empfiehlt Gunnar Fehlau vom pressedienst-fahrrad: „Bei Alltagsrädern für 500 Euro sind einige Extra-Prozente sicherlich ratsam und ein kostspieliges Rennrad, das lediglich zum Training die eigenen vier Wände verlässt, bleibt unter der Zehnprozentmarke.“

Sicherheit ist eine Standortfrage

Man sollte dem Dieb die Arbeit so unangenehm wie möglich machen, rät Mendel und führt aus: „Ein belebter Ort ist immer gut. Sofern man in der Nähe ist, sollte man das Rad gut sichtbar anschließen. Sicher steht ein Rad neben attraktiveren und schlechter gesicherten Rädern. Zudem sollte man an- und nicht nur abschließen. Hier eignen sich stabile Partner wie Laternen- und Schilderpfosten. Stellen Sie auch sicher, dass die Schließung für den Dieb möglichst schwer zugänglich ist, also nach unten zeigt und positionieren Sie das Schloss möglichst weit vom Boden weg.“

Abschreckung

Der Experte rät zudem, auf Abschreckung zu setzen: „Wenn Langfinger auf den ersten Blick sehen, dass viel Arbeit auf sie zukommt, suchen sie sich einfachere Ziele: Kombinieren Sie dazu unter Umständen mehrere Schlosstypen, wie Bügel- und Kettenschloss.“ Das sei vor allen Dingen für Berufspendler, die ihr Rad stets an der gleichen Stelle abstellen oder an kriminellen Hotspots wie Bahnhöfen ratsam. Mendel ist überzeugt: „Wer ein gutes Schloss benutzt und es richtig einsetzt, der hat lange Freude an seinem Rad.“

Kleine Schloss-Typenkunde

„Hüttenschloss“ – ein kleines und sehr leichtes Roll-Back-Kabelschloss, ideal, um Sportausrüstung im Auto oder in der Bahn gegen Mitnahme zu sichern. Viele Radsportler nutzen es als „Wegfahrsperre“ im Eiscafé oder Biergarten. Beispiel: „Combiflex Pro 202“ von Abus, 80 g, ab 19,95 Euro.

Spiralkabelschloss – bietet für günstige Räder oder Regionen mit niedrigem Diebstahlrisiko ausreichend Schutz. Auch als Zweitschloss fürs Vorderrad oder den Sattel ratsam. Die kompakte Bauform, Halterung und Länge bis 185 cm ist sehr praktisch. Beispiel: „Raydo Pro 1450“ von Abus, 720 g, ab 39,95 Euro.

Panzerkabelschloss – kombiniert ein Stahlkabel mit überlappender Stahlhülsen-Schuppung in einer Kunstfaserummantelung. Es könnte auch „Schülerschloss“ heißen, weil es der ideale Partner zur Sicherung guter Alltagsräder in mittlerem Diebstahlrisiko wie Schulen ist. Das Gewicht ist noch vergleichsweise gering (unter 1 kg) und unterschiedliche Halterungen sorgen für Flexibilität. Beispiel: „Ivera Steel-O-Flex 7200“ von Abus, ab 700 g, ab 34,95 Euro.

Kettenschloss – verbindet eine massive, aber sehr flexible Stahlkette mit aufwendiger Schließung und eignet sich dadurch auch zum Abstellen bei mittlerem Diebstahlrisiko. Das Gewicht trägt der Sicherheit Rechnung: Solide Kettenschlösser wiegen in der Regel über ein Kilo. Beispiel: „Ivera Chain 7210“ von Abus, ab 1.280 g, ab 39,95 Euro.

Faltschloss – kombiniert laut Hersteller die Flexiblität eines Kettenschlosses mit der Stabilität eines Bügelschlosses. Tests, beispielsweise der Stiftung Warentest, belegen dies und haben das Faltschloss zum Liebling ambitionierter Alltagsradler gemacht. Beispiel: „Bordo 6000“ von Abus, ab 1.030 g, ab 69,95 Euro.

Bügelschloss – gilt als erste Wahl zur Absicherung hochwertiger Fahrräder bei hohem Diebstahlrisiko. Es bietet starken Schutz gegen brutale und intelligente Öffnungsmethoden. Ideal für Pendler, deren Rad lange Zeit im unsicheren Umfeld steht. Beispiel: „Granit X-Plus 54“ von Abus, ab 1.450 g, ab 79,95 Euro.

Hintergrund

Unabhängig von der Bauform eines Schlosses entscheiden die Güte des Werkstoffs, die Fügung der verschiedenen Materialien sowie Typ und qualitative Ausgestaltung des Schließzylinders über die Sicherheit des Schlosses. Deshalb gibt es sehr gute Kettenschlösser und auch sehr schlechte Bügelschlösser. Geringeres Gewicht und geringer Preis sind in der Regel Anzeichen für geringen Schutz. Tests und Empfehlungen von Versicherungen bieten wertvolle Orientierung.

 

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