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Fahrräder fördern die Unabhängigkeit
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Freitag, 1. Juni 2018

Bauern in Sambia können ungefähr doppelt so viel Milch verkaufen, wenn sie für den Weg zur Sammelstelle mit dem Fahrrad fahren anstatt zu laufen. Kinder in ganz Afrika legen ihren Schulweg in einem Viertel der Zeit zurück und sitzen deshalb nicht mehr übermüdet im Unterricht. Eine Krankenschwester in Kenia kann dank des Fahrrads auch Menschen in abgelegenen Dörfern besuchen und behandeln. Das sind nur wenige Beispiele, die zeigen, welche wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten sich durch das Fahrrad gerade in ärmeren Regionen der Welt ergeben.

Die Vereinten Nationen haben deshalb den 3. Juni zum Weltfahrradtag erklärt, der 2018 zum ersten Mal stattfindet. Die 193 Mitgliedstaaten erkennen damit das Fahrrad als einfaches, erschwingliches, zuverlässiges und umweltfreundliches Transportmittel an. Es stärke Bildung, sorge für bessere Gesundheit und beuge Krankheiten vor. Darüber hinaus fördere das Fahrrad Toleranz, gegenseitiges Verständnis und Respekt, unterstütze soziale Inklusion und eine Kultur des Friedens – und das weltweit.

Vor allem in ländlichen Regionen in Afrika haben viele Menschen nur die eigenen Füße, um weite Entfernungen zu überwinden und so Zugang zu Bildungsmöglichkeiten, Gesundheitsversorgung und besserem Einkommen zu bekommen. „Ein einfaches Fahrrad kann hier viel bewirken“, weiß Dave Neiswander, Geschäftsführer der internationalen Hilfsorganisation World Bicycle Relief. Mit dem Beschluss des Weltfahrradtags setzt die UN nicht nur ein Zeichen pro Fahrrad, sondern fordert ihre Mitgliedstaaten auf, dem Fahrrad in internationalen, nationalen und lokalen Entwicklungsstrategien besondere Aufmerksamkeit zu widmen und in politische Entscheidungen sowie Programme einzubeziehen.

Der World Bicycle Relief produziert für die ländlichen Regionen in Afrika spezielle, robuste Fahrräder. Die sogenannten „Buffalo“-Bikes ermöglichen eine maximale Zuladung von 100 Kilogramm plus Fahrer, was das Mitführen von Lasten erleichtert. Außerdem sind sie wartungsarm und es werden spezielle Mechaniker ausgebildet, die vor Ort die Räder reparieren können. Mittlerweile sind bereits fast 400.000 Räder ausgeliefert worden. Finanziert wird das Projekt über Spenden oder den Verkauf der Räder über NGOs und Unternehmen.

Einen anderen Ansatz verfolgt das Kieler Unternehmen My Boo. Die Geschäftsführer Maximilian Schay und Jonas Stolzke haben ein Geschäftsmodell für Bambusräder entwickelt, die in Ghana produziert werden. Ein Teil des Verkaufserlöses in Europa wird genutzt, um soziale Projekte in Afrika direkt vor Ort zu unterstützen. Dazu zählt der Bau einer Schule oder auch die Spende von Rädern an Schülerinnen und Schüler. Eine gute Ausbildung, sozial gerechte Bezahlung sowie einen festen Job sehen die beiden Jungunternehmer als ein wichtiges Kriterien, damit Menschen in Afrika neue Perspektiven erhalten und erfolgreich ihre Zukunft selbst gestalten können.

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