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Ein Enduro-Racer mit Schläuchen.
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Mittwoch, 19. Mai 2021

(pd‑f/ab) Enduro-Racer Cornelius Hoberg fährt Tubeless an seinem Mountainbike. „Mehr Grip, mehr Pannenschutz, weniger Rollwiderstand! What’s not to like?!“, fragt der 25-Jährige eher rhetorisch. Für den pressedienst-fahrrad hat er erstmals seit Jahren wieder Schläuche in seine Reifen gezogen – genauer gesagt, die neuen „Aerothan“-Schläuche von Schwalbe (ab 27,95 Euro) – und ihnen auf seinen technisch anspruchsvollen Hometrails im Harz ordentlich auf den Zahn gefühlt.

Handling & Montage

„Etwas fummeliger als Butylschläuche, aber einfacher als Tubeless“, so der Tester. Für die Montage wird keinerlei Spezialwerkzeug benötigt. Zwei Reifenheber, eine Pumpe – das ist alles.

Performance

„Fast so gut wie Tubeless.“ Bei identischem Druck im gleichen Reifen besitzt die schlauchlose Variante mehr Eigendämpfung, während mit Aerothan-Schläuchen der Rebound des Reifens etwas schneller und das Fahrverhalten minimal unruhiger wird. So fasst Cornelius Hoberg zusammen, warum er Tubeless weiter bevorzugt. Für weniger Race-orientierte Biker:innen, Touren- oder Gelegenheitsfahrer:innen hält er die neue Technologie aber für eine hervorragende Alternative. Bei fast identischer Leistung freuen sie sich über das einfachere Handling, nicht nur bei der Montage, sondern auch im Alltagsbetrieb: kein Milchaustausch nach sechs Monaten, kein Nachpumpen nach ein paar Tagen im Keller oder vor jeder Fahrt.

Pannenschutz

„Harte Durchschläge, aber keine Platten“, hatte Hoberg während des mehrwöchigen Tests zu verzeichnen. In Situationen, wo er mit klassischen Butyl-Schläuchen „Snakebites“ erwartet hätte, konnte er weiterfahren. Allerdings kann Aerothan nicht mit den „Selbstheilungskräften“ eines Tubeless-System mithalten, also Löcher oder Schnitte mit einer Latex-Dichtmilch verschließen.

Preis-Leistung

„Knapp 30 Euro für einen Schlauch wirken erst einmal happig im Vergleich zu Butyl.“, findet Hoberg. Allerdings relativiere sich der Preis gegenüber einem Tubeless-System, wie Schwalbe es mit dem „Tubeless Easy Kit“ für 64,90 Euro anbietet.

Zusatznutzen

„Wegen des geringen Gewichts und kleinen Packmaßes der ideale Ersatzschlauch für Enduro-Racer“. Warum das so ist, sieht man bei diversen Rennen im immer noch recht jungen Enduro-Sport. Viele Teilnehmer:innen verzichten zugunsten der Fahrdynamik auf den Rucksack und befestigen Getränke, Essen, Werkzeug und Ersatzschläuche direkt am Mountainbike. Diesen Trend kann man auch bei Freizeitspotler:innen beobachten, während Radhersteller mit Bikes mit integriertem Stauraum und Zubehör-Anbieter mit integrierbaren Tools wie dem Lezyne „Tool Insert Kit“ (59,95 Euro) reagieren.

Kritik

Das Aerothan-Ventil hat kein Gewinde, man kann den Schlauch also nicht mit einer Rändelschraube an der Felge fixieren. „In der Freizeit kein Thema, aber im Rennen fahre ich auch mit einem Platten weiter. In diesem Fall kann der leere Schlauch in der Felge wandern und das Felgenbett beschädigen“, erklärt Hoberg, warum er persönlich gern die paar Gramm Mehrgewicht für ein dickeres Ventil mit Außengewinde akzeptiert hätte.

Fazit des Testers

„Im harten Gelände oder Renneinsatz bleibt Tubeless im Vorteil – davon abgesehen aber eine veritable Alternative.“

Cornelius Hoberg im Sommer 2018 im Bikepark Sankt Andreasberg (Harz).

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