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Reifen-Tuning für Experten
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Donnerstag, 13. Juli 2017

*** Bitte beachten Sie: Dieser Artikel ist zwei Jahre alt oder älter. Wir haben ihn nicht gelöscht, weil Inhalte wie Tipps, Hintergründe und Technisches noch immer gültig sind. Ansprechpartner, Produkte und Preise können sich aber zwischenzeitlich geändert haben. Für ein Update rufen Sie uns bitte an! ***

[pd‑f/ab] Der Reifenmarkt für Mountainbikes ist extrem differenziert. Man könnte fast unübersichtlich sagen. Doch so finden sich für jeden Reifendurchmesser, Untergrund, Fahrertyp, kurz für die unterschiedlichsten Vorlieben und Anwendungen die richtigen Reifen. Allein der oberbergische Marktführer Schwalbe listet im aktuellen Katalog unter der Kategorie „Offroad“ 33 verschiedene Modelle in über 200 Varianten. Vom selben Hersteller gibt es nun mit dem „Tread-Cutter“ genannten Profilschneider ein Tuning-Produkt, mit dem der Kunde selbst Veränderungen am Reifenprofil vornehmen kann. Der pressedienst-fahrrad erklärt die Hintergründe.

Wir haben unser Bildarchiv aktualisiert. Dabei wurden ältere Bilder entfernt – darunter das hier verlinkte. Melden Sie sich einfach für passende Motive zum Artikel: 0551–9003377‑0.
Übernahme aus dem Profisport

Ambitionierte Amateure, Hobby-Racer und allen voran MTB-Profis können sehr spezielle Ansprüche an ihr Material haben. Da hilft es, selbst ein ausdifferenziertes Produkt noch spezialisieren zu können. „Ich schätze die aggressiven Schulterstollen von Schlammreifen eigentlich auf fast jedem Terrain für ihren fantastischen Seitenhalt. Allerdings sind mir bei diesen Reifen serienmäßig die Mittelstollen und damit der Rollwiderstand zu hoch“, erklärt zum Beispiel Cornelius Hoberg, ambitionierter Amateur-Rennfahrer auf nationalen und internationalen Enduro-Rennen. Um den Rollwiderstand weiter zu senken, schneidet er die Mittelstollen zurück und schrägt sie bei der Gelegenheit in Laufrichtung leicht an.

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Schwalbe als Reifenhersteller hat offenbar keine Schwierigkeiten damit, wenn Kunden mit sehr speziellen Wünschen in dieser Form Hand an ihr Material legen. Im Gegenteil, wie Michael Kull, federführender Kopf hinter dem Tread-Cutter, betont: „Um in speziellen Bodenverhältnissen im Wettkampf das letzte Quäntchen Schnelligkeit rauszuholen, ist es für uns in Ordnung, wenn die Stollen gekürzt werden. Der normale Kunde, der keine Wettkämpfe fährt und nicht auf Hundertstel-Sekunden optimierte Reifen benötigt, fährt natürlich mit unseren Serien-Reifen am besten.“

Mit diesem speziellen Profilschneider können Mountainbiker ihr Reifenprofil individualisieren. So lässt sich etwa ein grobstolliges Profil offener gestalten; rund gefahrene Profilblöcke können wieder mit scharfen Kanten versehen werden.So wird auch schnell klar, woher die Idee zum Tread-Cutter stammt. Unter Worldcup-Pros, etwa im MTB-Downhill, ist nämlich Profil-Tuning gang und gäbe. Die bis dato häufig zum „cutten“ genutzten Seitenschneider haben allerdings den Nachteil, dass ein gleichmäßiges Ergebnis und somit eine verlässliche Performance von der ruhigen Hand des Mechanikers abhängen. Der Tread-Cutter tritt mit einer einstellbaren Schnitthöhe nun an, das zu ändern und teure Fehlschnitte zu vermeiden. Die spezielle Form des Werkzeugs sorge zudem – so Kull weiter – für eine glatte Schnittkante und somit für die besten Ergebnisse. Um die entsprechende Werkzeugqualität sicherzustellen, habe man sich bei der Entwicklung mit dem renommierten slowenischen Werkzeughersteller Unior zusammengetan.

Die Bildunterschrift wird in Bälde eingefügt. Sie können uns aber gern auch per E-Mail oder Telefon kontaktieren, wir helfen gerne weiter.Das sagen die Profis:

„Wer schon einmal einen Reifen mit einem Messer gecuttet hat, weiß spätestens nach ca. 300 Stollen, dass das keine gute Methode ist. Der Tread-Cutter erleichtert einem das Leben schon sehr. Ich benutze ihn meist, um einem Reifen frische Kanten zu geben oder um die Mittelstollen bei einem Dirty Dan etwas zu kürzen und so weniger Rollwiderstand zu haben. Ich muss mir keine Gedanken machen, ob ich gleichmäßig cutte, denn der Abstandshalter erledigt das für mich.“ (Franziska Meyer, Ghost Riot Racing Enduro Team, Vize-Weltmeisterin im MTB Four-Cross und Schwalbe-Fahrerin))

Und so geht’s!

Der pressedienst-fahrrad zeigt am Beispiel eines Schwalbe „Dirty Dan“-Schlammreifen, wie das „Cutten“ funktioniert:

 

Bei den aktuellen MTB-Reifen von Schwalbe stehen farbige Linien für die unterschiedlichen "Addix"- Gummimischungen von extrem griffig bis superschnell. Purpur steht für "Ultra Soft": höchster Offroad-Grip, optimale Defektsicherheit.So sieht der Dirty Dan normalerweise aus.

 

 

 

 

Treadcutter bereitlegen...Treadcutter bereitlegen …

 

 

 

 

...und mit einem Schraubendreher die gewünschte Schnitthöhe einstellen.… und mit einem Schraubendreher die gewünschte Schnitthöhe einstellen.

 

 

 

 

Treadcutter von oben auf die Mittelstollen aufsetzen und sorgsam ausrichten.Treadcutter von oben auf die Mittelstollen aufsetzen und sorgsam ausrichten.

 

 

 

 

Schnitthöhe überprüfen ...Schnitthöhe überprüfen …

 

 

 

 

...und Profilblock abschneiden.… und Profilblock abschneiden.

 

 

 

 

Das Ergebnis: eine saubere Kante und kürzere Mittelstollen.Das Ergebnis: eine saubere Kante und kürzere Mittelstollen.

 

 

 

 

Um Gewicht zu sparen entscheidet sich Cornelius, zusätzlich die kleinen Seitenstollen zurückzuschneiden, die in sehr ausgefahrenen Rinnen als Steighilfe dienen sollen ...Um Gewicht zu sparen, können zusätzlich die kleinen Seitenstollen, die in sehr ausgefahrenen Rinnen als Steighilfe dienen sollen, zurückgeschnitten werden …

 

 

 

...fertig ist das individuelle Profil.… fertig ist das individuelle Profil.

 

 

 

 

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