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Mit Kindern unterwegs: Unterschiedliche Möglichkeiten zum Kindertransport
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Dienstag, 3. Mai 2022

Bei der Mountainbike-Tour, dem Familienausflug oder sogar auf alltäglichen Wegen stellen sich viele radfahrende Eltern die Frage: Wohin mit dem Nachwuchs, der noch nicht selbst radeln kann? Die einfache Antwort: Mitnehmen! Thomas Geisler, Redakteur beim pressedienst-fahrrad, stellt unterschiedliche Transportmöglichkeiten für den kleinen Nachwuchs vor und gibt Tipps aus seiner persönlichen Erfahrung.

Der Kinderanhänger: „Kid Vaaya 2“ von Croozer

Kinderanhänger sind eine praktische Lösung für Familien, die Alltagswege und Ausflüge gerne mit dem Rad absolvieren. Der große Vorteil des Kinderanhängers: Durch seinen geschlossenen Aufbau ist er äußerst sicher und die Kinder sind vor Wind und Wetter gut geschützt. Ein Anhänger bietet wahlweise Platz für ein oder zwei Kinder. Für Fahrkomfort sorgt beim Modell „Kid Vaaya 2“ von Croozer (UVP: 1.150 Euro) eine Federung, die Unebenheiten auf der Fahrbahn verringert und so den Kindern ein sanftes Fahrgefühl vermittelt. Sitze mit Climatex-Material ermöglichen dabei ein gutes Temperaturmanagement im Sommer wie im Winter. Zusätzlicher Vorteil eines Anhängers: Er kann mit wenigen Handgriffen in einen Buggy umgebaut werden und man spart sich einen Kinderwagen.

Expertenmeinung: „Ich bin Fan von Kinderanhängern. Speziell mit zwei Kindern sind sie im Alltag ein richtig guter Auto-Ersatz. Bei den Modellen von Croozer schätze ich den großen Stauraum, denn man hat immer viele Sachen zu transportieren. Auch finde ich gut, dass man bei den Croozer-Anhängern dank eines Hängematten-Einsatzes Kinder bereits ab dem ersten Lebensmonat transportieren kann. Grundsätzlich würde ich den geringen Mehrpreis für einen Zweisitzer bezahlen, denn es kommt auch einmal vor, dass man ein anderes Kind beispielsweise aus dem Kindergarten mit abholen muss – so ist man flexibel. Einziges Manko dabei: Man braucht Platz zum Abstellen – gerade in Mietshäusern manchmal ein Problem. Hier ist eine bessere, familienfreundlichere Parkinfrastruktur gefragt.“

Der Kindersitz: „Light N“ von Messingschlager

Kindersitze gehören seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Möglichkeiten, das Kind im Alltag mitzunehmen. Die Sitze sind günstig und platzsparend, weil sie einfach am Rad, am häufigsten über dem Gepäckträger, befestigt werden und so kaum Platz wegnehmen. Der „Light N“ von Messingschlager (UVP: 69,90 Euro) sorgt dank einer auffälligen Farbe sowie Reflektoren für gute Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Mittlerweile gibt es auch Modelle mit verstellbaren Rückenlehnen, die für das Kind eine bequeme Schlafposition ermöglichen.

Expertenmeinung: „Bei Kindersitzen schätze ich besonders, dass man sein Kind immer in Hör- und Sprechweite hat. So kann man Geschehnisse im Straßenverkehr besprechen, was auch für die Verkehrserziehung der Kinder praktisch ist. Ein Helm ist meiner Ansicht nach, aufgrund der Fallhöhe bei einem Sturz, auf alle Fälle zu empfehlen. Auch sollte man beim Zubehör einen praktischen Überzug als Wetterschutz vor Regen mit einplanen und sich überlegen, wo man sein Gepäck transportieren möchte. Ein Rucksack, der dem Kind ins Gesicht schlägt, ist nicht die beste Wahl.“

Der Mountainbike-Sitz: „Shotgun Pro” von Shotgun

Für Eltern, die gerne auf Mountainbike-Tour gehen, bietet Shotgun mit dem Kindersitz „Shotgun Pro“ eine sportliche Möglichkeit, um auch Kindern das Mountainbike-Vergnügen zu ermöglichen. Der Sitz wird mit einer eigenen Strebe zwischen Vorbau und Sattelstütze befestigt. Das Kind sitzt so vor dem oder der Fahrenden und wird durch die Arme des Elternteils zusätzlich fixiert. Ein eigener kleiner Lenker ermöglicht sicheres Festhalten. Der Sitz ist für Kinder zwischen zwei und fünf Jahren freigegeben und kostet im Set mit Lenker 275 Euro (UVP).

Expertenmeinung: „Ich war anfänglich gegenüber dem Shotgun skeptisch, ob das System auch wirklich sicher ist. Aber nach ein paar Fahrten bin ich begeistert. Es macht richtig Spaß – und zwar uns beiden. Aber was man dabei schnell vergisst: Anders als man selbst, bewegen sich die Kinder bei der Fahrt nicht. Speziell im Frühling und Herbst sollte man deshalb an warme Kleidung und vor allem Handschuhe denken. Ansonsten können kalte Finger schnell die Tour vermiesen.“

Der Abenteuer-Anhänger: „Singletrailer“ von Tout Terrain

Beim „Singletrailer“ von Tout Terrain (UVP: 1.390 Euro) handelt es sich um einen einspurigen, gefederten Kinderanhänger, der speziell für Touren im Gelände konzipiert ist. Mit diesem Anhänger lassen sich auch Fahrten auf Trails meistern und man kann den Familienausflug abseits von befestigten Wegen gestalten. Komfort bietet ein einstellbarer Luftdämpfer, der sich einfach auf das Gewicht von Kind und Gepäck anpassen lässt. Eine spezielle Neigetechnik sorgt dafür, dass in Kurven kaum Seitenkräfte auf das Kind wirken. Mit einem Gewicht unter zehn Kilogramm gehört der Singletrailer zu den Leichtgewichten unter den Anhängern.

Expertenmeinung: „Im Gelände gehört für mich eine absenkbare Sattelstütze zur Grundausstattung eines Bikes. Ich finde es super, dass der Singletrailer damit kompatibel ist und so sicherer Trail-Spaß für mich und die Kinder ermöglicht wird. Schade ist allerdings, dass er nur für ein Kind Platz bietet. So müssen die Kinder ausknobeln, wer auf die nächste Tour mitdarf.“

Das Longtail-Lastenrad: „Estoker“ von Xtracycle

Das Merkmal eines Longtail-Lastenrades ist, wie der Name schon sagt, sein verlängerter Gepäckträger. Dieser ist auf erhöhte Lasten ausgelegt und ermöglicht, eine entsprechende Haltevorrichtung vorausgesetzt, den Transport von zwei Kindern. Zusätzlich bieten große Taschen auch Platz für den Transport von Gepäck. Der „Estoker“ des US-Unternehmens Xtracycle (ab 5.900 Euro) ist mit einem Elektromotor von Shimano ausgestattet und hat dank 24-Zoll-Räder einen tiefen Schwerpunkt, was die Fahreigenschaften verbessert. Durch die breiten Reifen kann man damit auch in leichtes Gelände.

Expertenmeinung: „Fahrten mit einem Longtail sind für meine Kinder und mich eine tolle Erfahrung. Die Kinder lieben es und ich habe es genossen, ihren Gesprächen zu lauschen. Der Hersteller Xtracycle hat seinen Sitz in Kalifornien, wo es bekanntlich etwas sonniger ist als in Deutschland. Deshalb habe ich meinen Kindern die Fahrt mit dem Longtail auch als Cabrio-Fahrt verkauft. Im Sommer super, im Winter könnte es auf längeren Strecken frisch werden.“

Das Lastenrad: „Load 75“ von Riese & Müller

Gerade bei Familien in Großstädten erfreuen sich Lastenräder im Alltag als Autoersatz wachsender Beliebtheit. Das „Load 75“ von Riese & Müller (ab 6.899 Euro) gehört zur Gruppe der Long-John-Räder. D. h. die Ladefläche befindet sich vor dem Lenker. Da Long-Johns zweirädrig sind, ermöglichen sie eine sportlichere Fahrweise als dreirädrige Modelle. Auf der großen Ladefläche können zwei Kindersitze eingerichtet werden. Optional bietet Riese & Müller auch ein Kinderverdeck an, damit der Nachwuchs bei Regen oder Schnee geschützt mitfahren kann.

Expertenmeinung: „Ein schöner Vorteil der Long-John-Räder: Man hat die Kinder direkt im Blick. Das ist auch für diese ein Vorteil: Sie sehen deutlich mehr und genießen einen Panoramablick – ohne, dass der Rücken der Eltern im Weg ist. Das ist nicht nur bei Ausflügen ein schönes Erlebnis. Bevor man allerdings mit dem Fahren loslegt, sollte man zunächst ein paar Runden auf verkehrsberuhigten Flächen drehen, erst ohne und dann mit Kindern, da das Handling der Räder anfänglich ungewohnt sein kann. Ansonsten sind die Räder richtige Spaßgefährten und das Load liegt dank seiner Vollfederung super auf der Straße. Wie beim Anhänger brauchen Lastenräder beim Abstellen mehr Platz als ein herkömmliches Rad, aber deutlich weniger als ein Auto.“

Pressedienst-Fahrrad | Thomas Geisler

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