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Abgefahren! Mountainbikes für Kinder
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Freitag, 14. September 2018

Das Fahrrad spielt eine entscheidende Rolle beim spielerischen Erlernen von Körperbeherrschung. Besonders Mountainbikes fördern Lust aufs Fahrrad und sind häufig mehr als nur ein Kompromiss‐Alltagsfahrrad. Der pressedienst‐fahrrad hat sich mit dieser Entwicklung beschäftigt und zeigt aktuelle Trends bei Material und Anwendung.

[pd‐f/ag] Bereits der Schulweg ist eine ideale Möglichkeit, das Radfahren besser zu erlernen. Doch immer mehr Schulen beklagen leider einen Verkehrsstau, denn kaum ein Kind kommt mehr mit dem Rad oder zu Fuß. Schon von klein auf erleben Kinder, dass Besorgungen mit dem Auto erledigt werden und das Elterntaxi selbst für ihre Freizeitwege das passende Verkehrsmittel ist. „Es gilt dringend umzudenken, um das Radfahren wieder mehr in den Alltag zu integrieren. Das ist auch eine Erziehungssache“, meint dazu Guido Meitler vom Kinderradspezialisten Puky. Dieser hat sich mit seiner neuen Jugendmarke Eightshot ganz dem Kinder‐ und Jugend‐Mountainbike verschrieben. „Kinder müssen auf jeden Fall Spaß am Fahrradfahren entwickeln können. Darum war unser Ansatz mit Eightshot, ansprechende, leichte und durchdachte Mountainbikes für Jugendliche zu entwickeln, die nicht zwangsweise teuer sind“, beschreibt Meitler.

Generell gilt: Für jüngere Kinder sind beim Mountainbiken der Spaß am Fahren im Gelände und die gemeinsam mit den Eltern verbrachte Zeit wichtig. Bei der Routenwahl ist dabei zu beachten: Kleine Fahrer – kleine oder schnell zu erreichende Ziele, große Fahrer – große und weitere Ziele. „Die Radtour zum Spielplatz kann gut kombiniert werden mit einem kleinen Umweg durch den Wald. Ein Picknick mit Spielen und die Pause bei einer Eisdiele auf dem Weg lassen jedes Kind die Freude mit dem Mountainbike erfahren“, weiß Meitler. Größere Kinder erschließen sich eher eigene Wege und suchen sich ihre Abenteuer miteinander. „Mit wachsender Begeisterung für das Biken wird auch der Drang nach mehr Technik‐Skills immer größer. Viele junge Biker eifern dabei zunächst gewissen Vorbildern und Szene‐Athleten nach und entwickeln dann im Laufe der Zeit ihren eigenen Stil. Zudem können Kinder und Jugendliche heutzutage über soziale Medien und diverse Plattformen die neuesten Trends und Innovationen mitverfolgen“, ergänzt Matthias Rückerl vom Schweinfurter Mountainbike‐Spezialisten Haibike. Spezielle MTB‐Fahrtechnik‐Kurse für Kinder und Jugendliche sind ein gutes Mittel, um die Lust aufs Mountainbiken zu fördern.

Ergonomische Besonderheiten

Doch kleine Mountainbiker werden schnell groß und wachsen aus teuren Anschaffungen viel zu schnell raus. So ist die Verlockung groß, beim Kinder‐MTB vermeintlich günstige Angebote zu nutzen und etwa im Baumarkt zu kaufen. Auf den ersten Blick wirken die dort angebotenen Modelle sogar noch cooler als die der Markenanbieter: Auffällige Vollfederung und Motocross‐artige Schutzbleche ziehen Blicke an, haben im besten Falle aber keine Funktion, im schlechtesten sind sie gar hinderlich. So gehen Eltern mitunter den kurzen Weg und erweisen dem Nachwuchs einen Bärendienst. „Kinder können selten konkret formulieren, dass ein Rad einfach schlecht fährt. Sie verlieren schweigend die Lust daran“, verdeutlicht Meitler. Diese Kriterien sind beispielsweise ein zu hohes Tretlager, zu lange Kurbeln oder ein zu großer Abstand zwischen den Pedalen, der sogenannte Q‐Faktor. „Auf die Details kommt es an! Sitzt beispielsweise das Tretlager nicht deutlich unterhalb der gedachten Linie zwischen Hinter‐ und Vorderradachse, kommen die Füße nicht an den Boden. Auch stoßen die Knie der noch kurzen Beine schnell an die Ellenbogen der jungen Fahrer“, erklärt Volker Dohrmann vom Hamburger Fahrradhersteller Stevens. Alleine durch kürzere, kindgerechte Kurbeln können bereits entscheidende Verbesserungen auftreten, die für ein ergonomisches Radfahren sorgen.

Kindermountainbikes und die StVZO

Abgesehen von reinen Sportgeräten, etwa der vollgefederten Variante im Bikepark, muss das Kindermountainbike oft alle Anforderungen eines Kinderfahrradalltags erfüllen. Beginnend mit dem Weg zur Schule, auch bei Dunkelheit und Nässe, über Fahrten zu Freunden oder zum Sport bis zum Wochenendausflug ins Grüne oder dem Urlaub in den Bergen. Zu beachten ist, dass die meisten Bikes nur ohne Lichtanlage zu kaufen sind. Hier müssen Beleuchtung und Reflektoren nachgerüstet werden. Es empfiehlt sich, ausreichend helle, StVZO‐zugelassene Akku‐Ansteckbeleuchtungs‐Sets zu besorgen. Beispielsweise das Rücklicht „IX‐Post“ (13,90 Euro) und der Scheinwerfer „Pure B“ (29,90 Euro)vom Beleuchtungsspezialisten Busch & Müller.

16 Zoll: Früh übt sich

Der Fahrspaß beginnt schon bei 16‐Zoll‐Spielrädern. So können sehr junge Kinder mit vier bis fünf Jahren, also zwischen 100 und 120 Zentimeter Körpergröße, ihre ersten Erfahrungen machen. Zur Ausstattung gehören meist Rücktrittbremse, Schutzbleche und Kettenschutz. Ein gutes Beispiel ist das „ZLX 16 Alu“ von Puky (219,99 Euro). Wer in diesem Alter schon ambitionierter sein Fahrkönnen trainiert, findet beim Hersteller Early Rider mit dem „Belter 16 Trail“ ein geländetauglicheres Bike. Mit wartungsarmem Gates-Riemen, Felgenbremsen und extra breiten Reifen bringt es nur 5,5 Kilogramm auf die Wage und kann daher kraftschonender und länger gefahren werden (ab 459,90 Euro).

20 Zoll: Technik und Mut verbinden

Ab 20 Zoll Laufradgröße gibt es die ersten MTBs für Kinder ab circa sechs Jahren. Gegenüber den kleineren Modellen haben diese Räder oft Kettenschaltungen mit sieben oder acht Gängen. So auch das neue „X‐Coady“ von Eightshot (299,90 Euro, 8,9 Kilogramm). „Die Entfaltung ist völlig ausreichend, um auch hügeliges Gelände zu meistern, überfordert die jungen Fahrer aber nicht mit einem zweiten Schalthebel. Ganz nebenbei können wir so auch einen geringen Q‐Faktor erreichen“, sagt Guido Meitler. Weiter gehören zwei Felgenbremsen zur Basisausstattung. Ähnlich ausgestattet ist das „Beat SL 20“ von Stevens mit ebenfalls neun Kilogramm (399 Euro). Gerade die Nachwuchs‐Radfahrer werden ein leichtes Rad zu schätzen wissen – mit schweren Bikes vergeht schnell die Lust an der Bewegung“, betont Dohrmann. Sportradprofi Cannondale hingegen verbaut an seinem „Cujo 20“ (399 Euro) Scheibenbremsen, die gegenüber Felgenbremsen den Vorteil der Unempfindlichkeit gegenüber Nässe bieten. Thema cooler Auftritt: In dieser Radgröße finden sich erste Räder mit Federgabeln. Allerdings lassen sich Federgabeln für Kinder von geringem Körpergewicht nur sehr bedingt abstimmen und bringen teils hohes Zusatzgewicht. „Wir empfehlen lieber eine leichte Starrgabel und im Bedarfsfall einfach etwas weniger Luft im Vorderreifen“, sagt Philipp Martin von Cannondale.

24 und 27,5 Zoll: Für jugendliche Biker

Kinder ab acht Jahren und circa 130 Zentimetern Körpergröße stellen häufig die gleichen Ansprüche an ihr Mountainbike wie Erwachsene. Das Bike sollte deshalb möglichst leicht, unkompliziert und wartungsarm bei häufiger Nutzung sein. „Trotzdem müssen noch kindgerechte Komponenten verbaut werden“, weiß Guido Meitler. Um dieses Verhältnis richtig abzustimmen, bietet Eightshot z. B. sein Modell „X‐Coady“ in 24 Zoll (ab 379,99 Euro) und 27,5 Zoll Laufradgröße (ab 399,99 Euro) an. Die Ausstattungsvarianten unterscheiden Starrgabel/ Felgenbremsen, Starrgabel/ Scheibenbremsen und Federgabel mit Scheibenbremsen. Die Schaltung ist allen gleich: acht Gänge als Kettenschaltung.

Die Zukunft ist E?

Wie auch bei den Erwachsenen‐Mountainbikes wird die Diskussion um Jugend‐E‐Mountainbikes kontrovers geführt. Kritisiert wird häufig die vermutete Gefahr, es Kindern unnötig leicht zu machen: Die aktive und selbständige Bewegung werde nicht gefördert. Zudem falle jungen Fahrern der Umgang mit der Geschwindigkeit und dem Gewicht der E‐Bikes schwer. Demgegenüber steht die offensichtliche Freude, die E‐Bikes auch jungen Menschen ins Gesicht zaubert – und die daraus steigende Lust, sich aufs Rad zu setzen. Das relativ hohe Gesamtgewicht von beispielsweise 19,9 Kilogramm beim „Sduro Hard Four 2.0“ von Haibike (1.999 Euro) wird auch hier von der Motorleistung mehr als ausgeglichen. Hauptargument für die Räder sind geringere Leistungsunterschiede zwischen Eltern und Kindern auf gemeinsamen Touren.

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