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Ein E-Bike mit roten Taschen am Gepäckträger steht auf einer Bank an eine Wand gelehnt. Neben der Bank sitzen zwei Frauen mit Fahrradhelmen auf dem Boden an der Wand und schauen in Richtung des Rades.

E‑Bike-Trends 2023: von E‑SUVs und Light-E-Bikes
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Freitag, 28. Oktober 2022

E‑Bikes sind in Deutschland auch weiterhin der Verkaufsrenner auf dem Fahrradmarkt. Das Angebot an elektrifizierten Rädern wächst stetig weiter und wird immer ausgefeilter. Für die Fahrradsaison 2023 liefern die Hersteller mit SUV- und Light-E-Bikes zwei interessante und sehr unterschiedliche Trends. Der pressedienst-fahrrad erklärt die Hintergründe und was Kaufinteressierte bei der Auswahl beachten sollten.

Ein Mann fährt bei Regen auf einem E-Bike durch ein Wohngebiet.Als SUV-E-Bikes rollen selbsternannte Alleskönner aus den Fahrradshops. Die Räder bilden eine Schnittmenge zwischen E‑Mountainbikes und E‑Trekkingrädern. Eine festinstallierte Lichtanlage, Gepäckträger und Schutzbleche machen sie für Alltagspendler:innen interessant. Features wie eine Federgabel, breite Lenker, grobe Mountainbike-Bereifung und wahlweise eine Vollfederung unterstreichen den sportlichen Charakter der Räder. Um für möglichst lange Touren gerüstet zu sein, kommt ein großer Akku, meist ins Unterrohr integriert, zusammen mit einem leistungs- und drehmomentstarken Motor zum Einsatz. SUV-E-Bikes halten somit das Versprechen, das SUV-Autos meist nicht erfüllen: Fahrspaß auch abseits asphaltierter Straßen. Durch ihre Ausstattung bieten sie Sicherheit und Komfort auf Asphalt und Waldwegen. Sie sind deshalb für Stadt, Land und längere Touren im leichten Gelände geeignet. Das ist auch für Pendler:innen interessant, die ihre tägliche Strecke auf Waldwege ausdehnen oder Routen abseits des Straßenverkehrs suchen können. Der Einsatzzweck wird erweitert, das subjektive Sicherheitsgefühl steigt und man hat mehr Freude beim Radfahren. Die Räder ähneln einem Schweizer Taschenmesser: von allem ein bisschen und für jeden und jede was dabei.

Ein Mann fährt auf einer Fahrradstraße mit einem E-Bike durch ein Wohngebiet. Am Rad hängt ein roter Anhänger.Beispiele: ein Radtyp, viele Möglichkeiten

Die Vielzahl der Möglichkeiten zeigt sich auch in den unterschiedlichen Rädern: Das „Moterra Neo EQ“ von Cannondale punktet mit Vollfederung und einer Variostütze. Beim „E‑Antelao“ von Stevens ist eine Zuladung bis zu 140 Kilogramm möglich, beim „Yakun“ von Winora sogar 150 Kilogramm. Zusätzliches Gepäck lässt sich hier an einem Frontgepäckträger befestigen. Flyer bietet das Crossover-Bike „Goroc 2“ nun auch als S-Pedelec-Variante an.

Eine Frau trägt ein Fahrrad die Treppe vor einer Haustür hinab.Leichtgewichte für die Stadt

Ein Nachteil an den SUV-E-Bikes ist, dass Vollausstattung und großer Akku ins Gewicht fallen. Gerade für Innenstädte, wo gute Abstellanlagen für E‑Bikes und Fahrräder fehlen, sind die Räder überdimensioniert. Das Rad einfach über eine Treppe in den Keller zu tragen, ist für viele Nutzer:innen nicht möglich. Deshalb braucht es für die Stadt eine andere Art von E‑Bike, das besser auf urbane Bedürfnisse abgestimmt ist. Hier kommen die Light-E-Bikes ins Spiel. Durch kleinere Akkus und minimalistische Komponenten erreichen die Räder ein Gewicht von 15 bis 20 Kilogramm und liegen so im Bereich eines Trekking- oder Cityrades ohne E‑Motor. Markenzeichen sind eine schlanke Silhouette und eine Reduzierung auf das Wesentliche. So haben manche Ein Smartphone ist mittig auf dem Lenker eines Fahrrades montiert. Eine Person mit roter Jacke greift den Lenker.Vertreter der Gattung kein Display und die Datenerfassung läuft über das Smartphone. Diese Gruppe bekommt, auch aufgrund von Weiterentwicklungen im Motorenbereich, für 2023 eine höhere Aufmerksamkeit. Die E‑Bikes punkten über ihr Gewicht und nicht mehr über Wattstunden und Drehmoment. Diese leichten Räder sind gemacht für die Stadt und nur in begrenztem Umfang für Ausflüge und längere Touren. Während die SUV-E-Bikes vollausgestattet sind, muss bei den Leichtgewichten hingegen nachgerüstet werden. Eine große Zukunft wird dem Konzept der Leichtgewichte nicht nur in der Stadt, sondern auch im sportlichen Bereich vorhergesagt. Leichte E‑Mountainbikes und E-Rennräder könnten in den nächsten Jahren an Marktrelevanz gewinnen, da sie im Handling fahrradähnlicher sind.

Zwei E-Mountainbikes lehnen an einer Metallwand. Beispiele für leichte E‑Bikes

Beispiele für diese Entwicklung sind im urbanen Bereich die „Urban Line“ von Riese & Müller die durch Konnektivität, Wartungsarmut und agiles Fahrverhalten punktet. Ein weiteres Beispiel ist der „E‑Flitzer“ von Winora, der einen kleinen Akku mit gerade einmal 250 Wattstunden hat. Im sportlichen Bereich ist das E‑Mountainbike „Lyke 11“ von Haibike zu nennen, das mit seinem Fahrspaß und agilen Fahrverhalten punkten möchte.

Ein Mann fährt auf einem E-Bike vor einem Gebäude mit Glasfassade entlang.Vor dem Kauf das Einsatzgebiet genau klären

Da die bestehenden E‑Bikes in den starken Bereichen der Trekking- und Mountainbikes auch 2023 weiterhin am Markt zu finden sind, haben Kaufinteressierte ein deutlich vielseitigeres Spektrum zur Auswahl. Dabei muss man sich klarmachen, dass nicht immer der stärkste Motor und die größte Akku-Leistung zum gewünschten Einsatzgebiet passen. Die Abklärung der Bedürfnisse im Vorfeld ist wichtiger denn je, um keinen Fehlkauf zu tätigen. An der Auswahl an unterschiedlichen E‑Bike-Typen wird es nicht scheitern.

Thomas Geisler | pressedienst-fahrrad

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